Dormagen (NGZ). Knechtsteden Von Weltuntergangsstimmung, die dem 30. Mai nachgesagt wird, war am Freitag in Knechtsteden nichts zu spüren. Alle Hindernisse wie ein ablehnender Ministerbescheid oder Probleme mit dem Fundament waren (fast) vergessen.
Am Freitag wurden das Sportinternat und die Schulerweiterung am Norbert-Gymnasium Knechtsteden feierlich eröffnet und von Pater Hermann-Josef Reetz sowie seinem evangelischen Amtsbruder Christoph Pfeiffer geweiht. Rund vier Millionen Euro hat das Bauwerk mit 20 Appartements, drei Klassenzimmern, einem Media-Raum, einem Foyer, Veranstaltungs- und Aufenthaltsräumen, Gymnastikhalle, Besprechungs- und Bürozimmern gekostet.
Den größten Batzen von mehr als drei Millionen Euro stemmte der Rhein-Kreis Neuss, weitere Finanzspritzen gaben das Land Nordrhein-Westfalen, die Stadt Dormagen und das Erzbistum Köln. Schulleiter Josef Zanders sieht sein Werk des „Norbert-Campus Knechtsteden“ um einen bedeutenden Eckpunkt erweitert. Für Wilhelm Meller, Vorsitzender des Norbert-Trägervereins, ist mit dem Bau der erste Akt beendet: „Jetzt beginnt die pädagogische Arbeit.“
Landrat Dieter Patt bescheinigte Zanders in seiner Festansprache „unermüdlichen Einsatz“ für die Idee. Mit dem Internat werde jungen Menschen die seltene Chance geboten, dass Leistungssport nicht in eine Sackgasse führe: „Am Norbert-Gymnasium ist der Leistungssport eingebunden in das Schulkonzept, ergeben sich für die jungen Menschen gute berufliche Chancen für die Zeit nach dem aktiven Sport.“
Patt zeichnete aber auch die Entwicklung nach, die der Sport nach der Studie von Professor Volker Rittner von der Sporthochschule Köln im Rhein-Kreis genommen habe „und die in dem Sportinternat einen vorläufigen Höhepunkt findet.“
Staatssekretär Manfred Palmen, im Innenministerium NRW für den Sport zuständig, hob die Bedeutung des NGK hervor: „Eine Einrichtung, die im Alltag der 6700 Schulen in Nordrhein-Westfalen mit der Academy for Junior Managers, der Medienakademie und jetzt dem Sportinternat auf dem Fundament christlicher Werteorientierung eine einmalige Stellung einnimmt und Vorbild für andere Schulen ist.“
Staatssekretär a.D. Manfred Speck, Vorstands-Vorsitzender der Sportstiftung NRW, stellte den Wert des Internats für die jungen Menschen heraus: „Hier wird auf ideale Weise die duale Karriere in Sport und Beruf ermöglicht.“ Die Sportstiftung unterstützt das Internat mit 27 000 Euro jährlich. Als Leiter der Einrichtung stellte Zanders Christian Hentschel vom TSV Bayer Dormagen vor.
Gisela Hinnemann, Vize-Präsidentin des Landesportbundes, sieht aus eigener Erfahrung die pädagogischen Herausforderungen an dem Internat: „Es gilt, die zum Teil jungen, einseitig auf den Sport konzentrierten und oft sehr früh erfolgsverwöhnten Menschen auf ein Leben nach dem Sport vorzubereiten.“
Erster Beigeordneter Ulrich Cyprian stellte die Förderung des Leistungssports in Zusammenhang mit den Erfolgen der heimischen Sportler: „Dormagen hat sportlich mehr zu bieten als mancher Kleinstaat.“ Wie breit diese Phalanx ist, zeigte sich, als die Kaderathleten des NGK sich zum Gruppenbild stellten.
Vom kleinen Jockey über Basketball, Damenfußball und Springreiten reicht das Bild weiter zu Fechtern und Schwimmern. Mit Nicolas Limbach steht ein Ex-NGKler als Teilnehmer für Peking fest, andere wie Stabhochspringer Björn Otto warten noch auf die Qualifikation.
Wie wichtig Ideal-Bedingungen wie das Sportinternat sind, zeigten die Aussagen der Bundesliga Handballer des TSV. Wohl manche von ihnen, wie auch die NGK-Lehrerinnen Kathrin Kessen (Schwimmen) und Stephanie Groß (Ringen), hätten sich solche Bedingungen gewünscht.
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