Dormagen (NGZ). Dormagen Viele Erstklässler sind bereits übergewichtig und unsportlich. Probleme, die im Erwachsenenalter oftmals mit teuren medizinischen Behandlungen zu Buche schlagen. Defizite aber auch, unter denen die Betroffenen leiden - psychisch und physisch, heute wie später .
Die Stadt Dormagen will sich diesem Thema stellen und ein umfassendes Vorbeugeprogramm einführen. Dabei wollen Sportdezernent Ulrich Cyprian, der Leiter des Service Sport, Bernd Lewerenz und der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, Manfred Bördgen, auf Erfahrungen der Stadt Düsseldorf zurückgreifen.
Dort werden alle Erstklässler in den Grundschulen von Fachleuten gründlich untersucht. „So werden die Kinder anhand eines von Experten zusammengestellten Programms in punkto Größe, Gewicht, Beweglichkeit, Ausdauer, Motorik und ähnlichem getestet“, so Lewerenz. In Düsseldorf werden Erstklässler dem Check unterzogen, in Dormagen sollen es die Zweitklässler sein.
Die Jungen und Mädchen werden nach dem „Düsseldorfer Modell“ in drei Kategorien eingeteilt: Kinder mit Defiziten sollen von fachlich geschultem Personal speziell und individuell gefördert werden. Schüler im sportlichen Normbereich sollen durch Schule und Elternhaus Kontakte zu Sportvereinen nahe gelegt werden.
Das soll vor allem die dauerhafte sportliche Betätigung der jungen Menschen sichern. Ein weiteres Ziel des Projektes: Hochbegabte werden möglichst früh erkannt. Sie können dann frühzeitig mit der Leistungssport-Nachwuchsförderung in den Vereinen und den Verbänden in Verbindung gebracht werden.
Kurz vor dem Wechsel auf die weiterführenden Schulen soll dann in der vierten Klasse eine Kontrolle stattfinden, inwieweit der vorgeschlagene Weg von Erfolg gekrönt war, Defizite beseitigt wurden, Förderung gegriffen hat.
Der Verwaltungsvorstand im Rathaus hat dem Projekt bereits weitgehend zugestimmt, nach den Osterferien sollen der Jugendhilfe- und der Sportausschuss damit befasst werden. In der Jahresversammlung des -Sportverbands Dormagen stellen Manfred Bördgen und Bernd Lewerenz das Programm vor. Nach Angaben von Lewerenz werden die Kosten des Projekts auf etwa 20 000 Euro pro Jahr geschätzt.
Für Bürgermeister Heinz Hilgers und Sportdezernent Ulrich Cyprian ist das „Düsseldorfer Modell“ mittelbar auch ein Baustein für das „Dormagener Modell“. Das beabsichtigt, möglichst frühzeitig Kontakt zu Kindern und deren Eltern zu bekommen, um Fehlentwicklungen vorbeugen zu können. Lewerenz: „Dazu gehört auch die körperliche Entwicklung.“
Bürgermeister Heinz Hilgers stellte dem Sportverband auch das Modell des Eigenbetriebs für den Kultur- und Sportbereich vor (die NGZ berichtete). Die Vertreter von gut 20 der insgesamt 49 Sportvereine nahmen diese Veränderung zur Kenntnis: Ihnen scheint vor allem wichtig zu sein, weiterhin ein Mitspracherecht in der Sportpolitik zu haben und keine Gebühren für die Sportstätten entrichten zu müssen. Beides sicherte Hilgers zu.
Probleme bereiten dem Sportverband die Zukunft. Manfred Bördgen wurde zwar für zwei weitere Jahre als Vorsitzender bestätigt, hat aber bereits erklärt, spätestens im kommenden Jahr aus Altersgründen den Vorsitz niederlegen zu wollen. Die Nachfolgefrage ist noch offen. Einige Kandidaten wie Geschäftsführer Claus Radke mussten aus beruflichen Gründen abwinken.
Am Donnerstag in der NGZ: Zur Sache Kontrollen
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