Dormagen (NGZ). Der Ückerather Karl-Heinz Goertz hat sein Leben dem Sport gewidmet. Der fast 70-Jährige taucht, surft, walkt, fährt Ski – und hat beim "Arlberger Bike Marathon" in St. Anton den dritten Platz in der Gruppe der ab 50-Jährigen belegt. Der gelernte Starkstromelektriker will noch lange weitermachen.
Wenn Karl-Heinz Goertz (69) von den Anfängen seiner Tauchleidenschaft in den 70er Jahren berichtet, klingt das abenteuerlich. Die Neoprenanzüge klebte damals die Freundin seines Tauchkumpanen aus Fetzen zusammen. Das Duo füllte die Anzüge mit warmem Wasser, bohrte ein Loch in den vereisten Fühlinger See und stieg hinab in die eisig-dunkle Tiefe. "Mit Schnur, sonst findet man den Ausgang nicht", sagt Goertz.
Heute taucht der Ückerather lieber in der wärmenden Sonne des ägyptischen Hurghada – wenn er nicht surft, walkt, Ski fährt oder den "Arlberger Bike Marathon" fährt, ein 22 Kilometer langes Mountainbike-Rennen, bei dem er vor wenigen Tagen den dritten Platz in der Gruppe der über 50-Jährigen belegte. Seit 1993 holpert Goertz über die unruhige Piste bei St. Anton. Bis zu 2500 Höhenmeter rauben die Luft bei den Rennen. "Bei Regen sind die Forstwege glatt wie einen Bananenschale – da geht man schnell flöten, wenn man nicht aufpasst", beschreibt er die schwierigen Bedingungen beim Rennen.
Arlberger Adler
Der Bike-Marathon ist nur ein Teil eines Sportprogramms des "Arlberger Adler": Neben einem Skirennen wird noch ein Halbmarathon gelaufen.
Ein Team muss aus zwei männlichen und einem weiblichen Teilnehmer bestehen. Die genannten Teilnehmer müssen alle drei Bewerbe bestreiten.
Bei einem Skiurlaub hatte ihn der Vize-Bürgermeister angesprochen und gesagt: "Hör mal, kannst du nicht mein Mountainbike bei dem Rennen fahren?" Goertz fuhr. Und wie. "Ich bin erster in meiner Altersgruppe geworden", erzählt er. Karl-Heinz Goertz trainiert hart für das Rennen. Drei Mal in der Woche strampelt er die Strecke von Ückerath nach Allrath. 39 Kilometer in einer Stunde und 30 Minuten. Mit dem Mountainbike. "Ich ärgere mich, wenn die Rennräder an mir vorbeiziehen, aber deren Räder sind eben größer", sagt der 69-Jährige, der im Sudetenland geboren wurde. Gearbeitet hat der durchtrainierte Sportler bei der damaligen Erdölchemie (heute Ineos) als Mess- und Regeltechniker. Der 69-Jährige wohnt in der Nähe des Rheins, war auch Mitglied in der Tauchrettungstruppe der DLRG.
Früher war Karl-Heinz Goertz auch noch Leichtathlet, hat geboxt und Fußball gespielt. Vereinssport sei aber nie etwas für ihn gewesen. "Ich überwinde lieber selber meinen eigenen Schweinehund", sagt er. Er will mit dem Sport weitermachen, "so lange es geht". Seine Frau appelliere immer, er solle doch einen Gang zurückschalten. Doch vor dem Fernseher zu sitzen: Das kann er sicht nicht vorstellen. Einen schlimmen Unfall habe er jedenfalls noch nicht gehabt. Und auch sportliche Ziele gibt es noch zur Genüge: das goldene Sportabzeichen zum Beispiel. Das Alter merkt Karl-Heinz Goertz allerdings inzwischen. "Seit dem 65. Geburtstag wird es jedes Jahr schwieriger, die Luft bleibt weg, obwohl ich nie geraucht habe", sagt er – bevor er mit einem Satz die Treppen runterspringt.
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