Stadtrat fasste Resolution zu den Grundwasserproblemen (NGZ). Von Chris Stoffels
Die Stadt Dormagen sieht sich an der Seite der mögliche Grundwasser-Geschädigten in Gohr. Das soll eine Resolution demonstrieren, die der Stadtrat jetzt einstimmig verabschiedete. Sie macht jedoch auch deutlich, dass finanzielle Hilfe im Sinne von Ersatzansprüchen von der Kommune nicht zu erwarten ist. Dennoch sieht die Stadt eine "staatsethische Verpflichtung" gegenüber der Gohrer Bürger. Insgesamt 280 Häuser im Gohrer Unterdorf stehen in der Gefahr, in den kommenden Jahren vom Grundwasseranstieg betroffen zu werden.
Zu den Folgen Bürgermeister Reinhard Hauschild: "Für die Eigentümer drohen unter Umständen hohe finanzielle Aufwendungen. Wer keinerlei bautechnische Vorkehrungen trifft, muss mit eindringendem Wasser im Keller und dessen Unbenutzbarkeit rechnen. Bewohnern eines dauerhaft durchnässten Gebäudes droht die Gefährdung ihrer Gesundheit." Schäden, die in Korschenbroich bereits eingetreten sind. "Die Stadt wird im Rahmen ihrer Möglichkeiten unter Berücksichtigung ihrer gesamtstädtischen Aufgaben alles tun, um den Betroffenen bei der Abwehr dieser Schäden und Gefahren beizustehen", besagt die Resolution.
Damit will die Stadt die Gohrer im Kampf gegen den Wiederanstieg des Grundwassers unterstützen. Nach Angaben des Erftverbandes wird das Grundwasser in den Jahren 2005 bis 2010 das Wasser um einige Dezimeter ansteigen und ab 2030 langsam wieder die Höhe erreichen, die es vor Beginn der Sümpfungen in den Braunkohle-Tagebauen gehabt hat. Nach Erkenntnissen der Bürgerinitiative "Arche Gohr", in der sich Betroffene zusammen geschlossen haben, ist das Grundwasser-Pegel in den vergangenen Monaten überraschend stark gestiegen. "Die Stadt will im Kampf gegen das Wasser ein Zeichen für die Betroffenen setzen", so Hauschild.
Anders als in anderen Kommunen wolle die Kommune von vorneherein die Bürger in ihrem Kampf gegen mögliche Schäden durch das Grundwassers unterstützen. Die Stadt hat diese Haltung ihre bereits konkretisiert, in dem sie eng mit der Bürgerinitiative "Arche Gohr" zusammen arbeitet. Sie bemüht sich darum, ihr Know how und ihr Fach-Personal für spezielle Fragen zur Verfügung zu stellen. "Insbesondere wird die Stadt zu einer sachlichen Aufklärung umfassend beitragen und ihren politischen wie fachlichen Einfluss auf Kreis- und Landesebene im Sinne der betroffenen Bürger einsetzen", heißt es in der Resolution.
Doch die Stadt relativiert ihre Unterstützung: "Zwar muss die Stadt Dormagen in rechtlicher Hinsicht jegliche Haftung für jedweden Schaden durch das aufsteigende Grundwasser in Gohr ablehnen, doch sieht sie sich auch als Rechtsnachfolgerin der früheren Gemeinde Gohr in der staatsethischen Verpflichtung, ihren Bürgerinnen und Bürgern in dieser besonderen Situation beizustehen und sich für sie einzusetzen." Was das konkret bedeutet, erläutert Hauschild in der Begründung der Resolution: "In jedem Fall sind hohe Kosten zu erwarten. Die Frage, wer diese Kosten tragen soll, wurde bereits mehrfach durch juristische Gutachten untersucht. Übereinstimmend wird hier die Verantwortung der Bauherren und Architekten in den Vordergrund gestellt, ein Haftungsanspruch gegenüber der Kommune wird verneint. Dies bestätigt auch der Versicherer der Stadt Dormagen."
Zurzeit werden die betroffenen Gebiete in Gohr - tief liegende Flächen im Bereich der Bebauungspläne 2, 6.a und 6.b - untersucht. Anhand der Ergebnisse dieser Experten-Recherchen sollen dann konkrete Maßnahmen erarbeitet werden, wie dem Grundwasser-Anstieg wirksam begegnet werden kann. Hauschild: "Denkbar sind neben konkreten Konzepten für einzelne Gebäude, die in der Regel sehr aufwändig sind, unter anderem großflächiges Abpumpen von Grundwasser".
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