Dormagen (NGZ). Dormagen Die Dormagener Bevölkerung wird immer älter. Das ist keine neue Erkenntnis und entspricht dem deutschlandweiten Trend. Erstmals hat die Stadtverwaltung jetzt jedoch genaue Prognosen vorgelegt, wie die Entwicklung der Gesellschaft und der Stadt in den nächsten Jahrzehnten aussehen könnte. Auf dieser Grundlage sollen die Politiker jetzt überlegen, welche Folgen sie aus den Zahlen ziehen, welche Veränderungen notwendig sind und welche Initiativen ergriffen werden müssen. „Zurzeit liegt das Durchschnittsalter der Dormagener bei 41 Jahren, schon in zehn Jahren wird es 46 Jahre betragen“, sagt Michael Fielenbach, der im städtischen Fachbereich Städtebau für Stadtentwicklung zuständig ist. Heute sei bereits jeder vierte Dormagener 60 Jahre und älter, im Jahr 2020 werde es jeder dritte sein. Die Zahl der über 75-Jährigen wird sich sogar verdoppeln. Tendenz: weiter steigend. In den vergangenen beiden Jahren war die Zahl der Menschen, die starben, erstmals größer als die Zahl der Geburten. Die Folge: Nur noch bis 2010 werde Dormagen durch Zuzug aus anderen Städten wachsen, danach werde die Stadt schrumpfen. „Wir rechnen damit, dass wir bis 2020 wieder auf den Stand von 2004 zurückfallen“, so Fielenbach. „Diese Entwicklung wird mittelfristig sehr viele Bereiche des öffentlichen Lebens beeinflussen.“ Die Innenstadt wird nach Einschätzung Fielenbachs als zentraler Treffpunkt in Dormagen an Bedeutung gewinnen. Deshalb sei es wichtig, dass die City mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sei. „Innenstadtnahes Wohnen wird immer attraktiver werden“, schätzt Fielenbach. Gleichzeitig müsse die Nahversorgung in den Stadtteilen verbessert werden. Der Trend gehe zu mehr kleinen Single-Wohnungen, die barrierefrei gebaut sein müssten, damit alte Menschen dort so lange wie möglich eigenständig wohnen könnten. Auch Formen des betreuten Wohnens, wie es sie bereits in der Innenstadt, in Nievenheim und demnächst auch in einem Teil des neuen Horremer Seniorenzentrums gibt, müssten in allen Orten des Stadtgebietes angeboten werden. Eine weitere Möglichkeit seien Mehr-Generationen-Wohnmodelle, in denen sich junge Familien und Senioren gegenseitig in einer Art verstärkter Nachbarschaftshilfe unterstützen. Die gesundheitliche und ärztliche Versorgung werde mit speziellen Angeboten für ältere Menschen eine wichtigere Rolle spielen. Und nicht zuletzt werde sich auch der Einzelhandel in Dormagen auf die Bedürfnisse der älteren Kunden einstellen müssen - mit anderen Produkten, aber auch ganz praktischem Service wie breiten Gängen, einer übersichtlichen Präsentation der Waren oder Lieferservice.
Auch im Stadtbild werde sich bemerkbar machen, dass die Bevölkerung älter wird. Überspitzt gesagt müsse geprüft werden, ob Kinderspielplätze zu Parkanlagen umgebaut werden und statt Wipp-Tieren Bänke aufgestellt, statt Sandkästen Springbrunnen angelegt werden.
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