Dormagen (NGZ). Verwunderung herrschte darüber, dass "Aktiv für Hackenbroich" ein Bürgerbegehren anstrengen wollte, um die Umbaupläne für das Bürgerhaus durchzusetzen. Für die Stadt war längst klar: "Diese Pläne sind zu teuer."
Sparen in Hackenbroich
Im Zuge der Sparvorschläge, die die Verwaltung jetzt für den Kultur- und Sportbetrieb vorgelegt hat, ist auch die Umgestaltung des Bürgerhauses zum "Haus der Generationen" angedacht.
Um die Angebote an einem Ort zu bündeln, soll die Alte Schule aufgegeben werden. Dagegen regt sich Protest.
Auch wenn am Dienstagabend der Kulturausschuss tagte, nahm Erster Beigeordneter Ulrich Cyprian dies zum Anlass, die Diskussion um das Bürgerhaus Hackenbroich und die Alte Schule öffentlich nochmals aufzugreifen. Die Stadt sei überrascht, was derzeit alles über die Medien diskutiert würde. Längst sei bekannt gewesen, dass die Umbaupläne des Vereins "Aktiv für Hackenbroich" nicht finanzierbar gewesen wären – trotz Landesförderung. Der Verein hatte mit erheblichem Protest auf den Vorschlag reagiert, die Stadtteilbibliothek im Bürgerhaus zu schließen und die Umbaupläne zu den Akten zu legen. Es wurde über ein Bürgerbegehren nachgedacht.
Doch dieses scheint erst einmal vom Tisch: "Wir haben heute ein Gespräch mit der Stadt geführt. Alle Seiten sind für alles offen", machte Stefan Schlömer vom ehemaligen Vorstand gestern deutlich. Zusammen mit vier Vorstandskollegen, hatte er mit Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann und Kämmerer Cyprian zusammengesessen. "Wir haben eineinhalb Stunden streitig diskutiert, fasste letzterer zusammen. Die Positionen, das Bürgerhaus zum Verwaltungsvorschlag "Haus der Generationen" auszubauen oder es nach den ursprünglichen Plänen zu attraktivieren, wurden nochmals ausgetauscht. "Wir haben uns darauf geeinigt, dass der Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft nun einen Plan erstellt, was der Umbau nach den Vorschlägen der Verwaltung kosten würde", ergänzte Cyprian. Erst einmal unberührt bleibe dabei die Frage, ob der Seniorentreff aus der Alten Schule in das Bürgerhaus ziehen müsse. Der vorhandene Bürgersaal solle in den Planungen so berücksichtigt werden, dass er attraktiv zur Vermietung, aber auch für den Seniorentreff werden könnte. Zudem sollen Kleiderstube und Hausaufgabenbetreuung im Untergeschoss bleiben können. Mittlerweile hat laut Verwaltung die Polizei Interesse bekundet, ebenfalls mit ihrer Dienststelle in das Bürgerhaus zu ziehen. Auch das Büro für Bürgerschaftliches Engagement sowie das Integrationsbüro sollen aus der Alten Schule in das Bürgerhaus ziehen.
Der Kulturausschuss stimmte dem Antrag zu, die Stadtteilbibliothek zu schließen. Damit gibt es den Hauptnutzer, den die eigentlichen Umbaupläne vorsehen, nicht mehr. Bereits im Vorjahr habe die Verwaltung zudem die Reißleine gezogen und die Planungen gestoppt. Die Kosten drohten zu explodieren – rund 950 000 Euro, von denen die Stadt trotz Landesförderung rund 450 000 Euro hätte schultern müssen. "Das stand in keinem Verhältnis zum späteren Nutzen", sagte Cyprian. Die Gründe für den Stopp seien mit dem Ex-Vorstand besprochen worden.
Am 21. September wollen sich die Beteiligten wieder treffen, um sich einem Kompromiss zu nähern.
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