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Dormagen: Strom sieben Prozent teurer

VON KLAUS D. SCHUMILAS - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012

Dormagen (NGZ). Die Energieversorgung Dormagen (evd) wird zum 1. April den Strompreis erhöhen. Der Preis für Erdgas bleibt stabil. Die evd wird in diesem Jahr erstmals eine Elektrostrom-Tankstelle installieren.

Rudolf Esser, Geschäftsführer der evd, tankt symbolisch ein Bobbycar an der Stromtankstelle, die es schon bald erstmals in Dormagen gibt.  Foto:  H. Jazyk
Rudolf Esser, Geschäftsführer der evd, tankt symbolisch ein Bobbycar an der Stromtankstelle, die es schon bald erstmals in Dormagen gibt. Foto: H. Jazyk

Eine gute und eine schlechte Nachrichten für die Dormagener: Der Erdgaspreis bleibt stabil. Aber zum 1. April erhöht die Energieversorgung Dormagen (evd) den Strompreis um sieben Prozent. Die Kilowattstunde wird um 1,73 Cent teurer. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden macht die Tarifänderung rund fünf Euro mehr im Monat aus.

"Höhe Bezugskosten und gestiegene Entgelte für die Netznutzung", gibt Karl-Heinz Junggeburth, Bereichsleiter Vertrieb/Beschaffung, als Grund für die Steigerung an. "Hinzu kommen eine neue staatliche Umlage zur Entlastung energieintensiver Betriebe und die Anpassung der Umlage für erneuerbare Energien." Kunden mit einem Festpreisvertrag seien nicht betroffen. Im Streit um Formfehler in älteren Gas-Versorgungsverträgen haben im vorigen Jahr 70 Kunden Mahnbescheide gegen die evd erwirkt, zwei von ihnen haben Klage erhoben. "Wir haben mit 500 Kunden gesprochen", sagt Junggeburth, "viele haben ihr Schreiben wieder mit nach Hause genommen, als wir ihnen die Sachlage erklärt haben."

Info

Zahlen und Daten

Gründung Die evd existiert in der jetzigen Form seit dem Jahr 1997. Die Gesellschafter des Unternehmens sind die Stadt Dormagen, die RWE Energie AG sowie die Rheinische Energie AG

Mitarbeiter 66

Stromkunden 33 000 Haushalte

Gaskunden 12 000 Haushalte (6000 Kunden)

Die evd will, das kündigten gestern Geschäftsführer Rudolf Esser und Aufsichtsratsvorsitzender Peter-Olaf Hoffmann an, in diesem Jahr in die Elektro-Mobilität einsteigen. "Ein Zukunftsmarkt", so die Einschätzung. Konkret sieht dies so aus, dass Ende März eine "Praxisphase" für den internen Gebrauch beginnt. Demnach werden zwei Elektroautos (Mitsubishi und Smart) ihren Strom an der ersten Strom-Tankstelle an der Mathias-Giesen-Straße im Gewerbegebiet Top West beziehen.

Ab September steht diese Möglichkeit allen Dormagenern offen. "Allerdings gibt es unseres Wissens nach noch kein Elektroauto in Dormagen", sagt Pressechefin Angelika Haas. Die evd will den Dormagenern die E-Mobilität schmackhaft machen, indem sie ein Auto kostenlos zum Probefahren zur Verfügung stellt. Der größere Markt liegt zurzeit jedoch bei den "E-Bikes", also Fahrrädern, die mit einem kleinen Elektromotor unterstützt werden. "E-Bikes können von jedem, besonders von Touristen genutzt werden", so Haas. Als feste Standorte bieten sich der Bahnhof und Zons an. Dort soll es Test-Räder geben.

Esser und Hoffmann nutzten gestern die Gelegenheit, um mit Zahlen und Daten die Bedeutung des Energieversorgers (auch) für die Dormagener Wirtschaft zu verdeutlichen. "Von jedem Euro, den unsere Kunden für gelieferte Energie oder Wasser zahlen, bleiben 16 Cent am Standort", sagte Esser. Das waren im vergangenen Jahr mehr als 9,6 Millionen Euro. Der örtlichen Wirtschaft seien 2010 rund 3,3 Millionen Euro durch Aufträge, Mieten und Pachten sowie die Kaufkraft der evd-Mitarbeiter zugute gekommen.

Quelle: NGZ/rl


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