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Dormagen: Süssmuth wirbt für die VHS

VON CHRIS STOFFELS - zuletzt aktualisiert: 12.03.2010 - 21:30

Dormagen (NGZ). Die frühere Familien-Ministerin und Bundestags-Präsidentin Professor Rita Süssmuth aus Neuss hielt beim Weiterbildungsforum in Dormagen ein leidenschaftliches Plädoyer für lebenslanges Lernen.

Die ehemalige Ministerien und Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (l.) war zu Gast bei der VHS mit Leiterin Claudia Stawicki (r.)     Foto: NGZ
Die ehemalige Ministerien und Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (l.) war zu Gast bei der VHS mit Leiterin Claudia Stawicki (r.) Foto: NGZ

Sie gilt als Querdenkerin, die aneckt – sich aber letztlich durchsetzt. Rita Süssmuth ist eine Polit-Ikone der 80er Jahre. Die Professorin für Erziehungswissenschaften lebt mit ihrer Familie in Neuss. Und übt von dort aus auch mit 73 Jahren weiterhin Einfluss aus. Sie hat sich als Präsidentin des deutschen Volkshochschulverbandes der Weiterbildung und der lebenslangen Lernen verschrieben. Jetzt sprach sie in der Kulle in Dormagen über dieses Thema.

Anlass war das erste Weiterbildungsforum der Dormagener VHS mit Claudia Stawicki an der Spitze. Rita Süssmuth hat nichts von ihrem leidenschaftlichen Eintreten für die Rechte der Frauen und der Menschen am Rande der Gesellschaft verloren. "Dabei war die VHS – die Dormagener Einrichtung besteht seit 54 Jahren – durchaus zunächst eine Nothilfe", so Süssmuth. Ikebana, Kochkurse und Gymnastik standen für diese Ära. Schon damals – und heute in einem viel stärkeren Maße – bedeute die VHS "die Chance zur Teilnahme am sozialen Leben". Süssmuth: "Sie kommen heraus aus ihrer Isolierung und bilden sich zusammen mit Gleichgesinnten weiter." Für Rita Süssmuth ist das "ein wichtiger sozialer Aspekt der VHS, der den einzelnen Menschen hilft".

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VHS in Dormagen

Die Volkshochschule bietet nach Angaben von Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann im Jahr rund 12 000 Unterrichtsstunden. Wahrgenommen wird das Programm von etwa 9000 Dormagenern – fast jeder Vierte geht zur VHS. Eine der Forderungen des Forums: Die VHS muss in jedem Fall für jeden bezahlbar bleiben.

"Mit Computerkursen für ältere Menschen, Sprachangeboten und Exkursionen wird darüber hinaus die Isolation vieler älterer Menschen durchbrochen", so die frühere CDU-Ministerin und Bundestagspräsidentin. Hinzu komme, dass gerade die Dormagener VHS mit ihren rund 12 000 Unterrichtsstunden ein breit gefächertes Programm biete, und damit die immer wieder gestellten Forderung nach lebenslangem Lernen nachdrücklich unterstützt: "Die VHS macht die Menschen schlau."

Das gilt laut Süssmuth insbesondere für die Sprachkurse für Migranten, denen damit die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werde. Laut Stawicki sind diese Kurse so stark nachgefragt, dass eine zusätzliche Kraft eingestellt wurde. Ähnliches gelte für das Nachholen von Schulabschlüssen: "Diese Kurse sind ausgebucht." Die Dormagener VHS, finanziell getragen von Land und Stadt, erfüllt viele dieser Kriterien. Das hatte Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann zuvor in seiner Vorstellung der Dormagener VHS deutlich gemacht. Er erneuerte die Bestandsgarantie für die Einrichtung, forderte aber zugleich, "dass auch die VHS ihren Beitrag zur Konsolidierung machen müsse." So werden die Beiträge maßvoll erhöht.

Man hätte gewünscht, dass diese Botschaften mehr Menschen erreicht hätten.

Quelle: NGZ

 
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