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Angebot für Jugendliche in der Innenstadt: Treffpunkt für Jugendliche in der Innenstadt

zuletzt aktualisiert: 12.09.2003 - 21:09

Angebot für Jugendliche in der Innenstadt (NGZ). Bislang war die Dormagener Innenstadt für Jugendliche, die sich zwanglos treffen wollten, ein vernachlässigtes Gebiet. Einziger Kontaktpunkt: die Sprung(s)chance im Dormacenter. Dort betreibt der Internationale Bund einen Jugendtreff. Neben dem Jugendcafé ist diese Einrichtung jedoch schwerpunktmäßig ausgerichtet auf Jugendliche in der Überganghsphase von der Schule zum Beruf. Noch in Arbeit: Das Jugendcafé "micado" im Römerhaus soll am nächsten Wochenende öffnen.

Gerade für die Themen und Probleme dieser Altersgruppe bietet die Sprung(s)chance ein Beratungsangebot, das dem Vernehmen nach gut genutzt wird. Daneben hat sich im Gemeindezentrum der evangelischen Kirche an der Ostpreußenallee wieder ein ehrenamtlich geführter Jugendtreff etabliert. Was in der City jedoch fehlt, ist ein offenes Angebot. Seit gut zehn Jahren wird darüber intensiv diskutiert, der Mangel beklagt.

Jetzt kommt die Lösung: Im Römerhaus der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael an der Kölner Straße öffnet am nächsten Wochenende das Jugendcafé "micado". Es soll allen Jugendlichen ab 16 Jahren offen stehen, andererseits aber auch deutlich machen, "dass es einen Einrichtung der katholischen Kirche ist", wie Pastor Guido Assmann erläutert. Träger der Einrichtung sind die Pfarrgemeinde St. Michael und die Katholischen Jugendwerke im Kreisdekanat.

Die Jugendwerke stellen mit Doris Reiß auch eine hauptamtliche Kraft, die das Café leitet. Sie wird dabei von Honorarkräften unterstützt. Das Konzept richtet sich an der Einrichtung des Café Kultus der katholischen Kirchengemeinde in Grevenbroich aus. Dort wird seit einigen Jahren in der Innenstadt erfolgreiche Jugendarbeit betrieben. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf ehrenamtlich tätigen Jugendlichen, die dort eine Kontaktstelle finden.

Der Leiter des Fachbereichs Kinder, Familien, Senioren bei der Stadt Dormagen, Gerhard Trzeszkowkski, sieht in dem "micado" eine Bereicherung des Angebots für Jugendliche und junge Erwachsene in der Dormagener Innenstadt: "Ich glaube, es besteht ein starker Bedarf für eine solche Einrichtung." Das Angebot soll zwanglos sein: "Freunde treffen, Musik hören und einen guten, aber dennoch preiswerten Kaffee trinken, steht hier im Vordergrund", berichtet Doris Reiß.

"Unser Anspruch an das micado und uns ist, unseren Besuchern eine hohe Qualität, ein attraktives, an den Bedarf der Besucher orientiertes Angebot zu kleinen und jugendgerechten Preisen in friedlicher und angenehmer Atmosphäre zu bieten", so die diplomierte Sozial-Pädagogin. Dabei gehe es "hauptsächlich darum, aktiv in Kontakt mit den Besuchern zu treten und mit ihnen gemeinsam das künftige Angebot und Programm zu gestalten".

Für Pastor Guido Assmann soll in dieser Arbeit auch deutlich werden, dass es sich um Angebot der Pfarrgemeinde handelt: "Auch unsere Gruppen wie Messdiener und BDKJ sollen nicht nicht fremd im eigenen Hause fühlen." Wichtig für den Hausherrn ist, "dass verlässliche Zeiten angeboten werden".

Zunächst ist das "micado" Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils von 17 bis 22 Uhr geöffnet. Diese Öffnungszeiten können nach der Einführungsphase erweitert werden. Später ist auch an Konzerte gedacht, wenn dieser Rahmen von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen gewünscht wird. Laut Assmann ist die Altersstufe mit mindestens 16 Jahren und höchstens 27 Jahren bewusst hoch angesetzt: "Wenn Jüngere die Einrichtung nutzen, kommen die Älteren nicht mehr."

Die Räume im Untergeschoss sind bereits beim Bau des Römerhauses in den siebziger Jahren für die Jugendarbeit vorgesehen worden. Jetzt lässt die Pfarre sie mit einem Kostenaufwand 140.000 Euro für ein Jugendcafé herrichten. Das Erzbistum Köln beteiligte sich an den Kosten. Die Initiatoren hoffen, dass sich das "micado" in der Dormagener Innenstadt etablieren und zu einer festen und beliebten Einrichtung werden wird. Damit könnte die City wieder an Anziehungskraft für die 16- bis 27-Jährigen gewinnen.

Mit der Schließung des "Füllhorn" in dem früheren Gasthaus "Zur Krone" gegenüber St. Michael an der Kölner Straße vor einigen Wochen hat die Innenstadt-Gastronomie einen beliebten Treffpunkt Jugendlicher in der City verloren.

Quelle: NGZ


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