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Dormagen: Überraschend kritisch

VON CHRIS STOFFELS - zuletzt aktualisiert: 18.02.2009 - 21:29

Dormagen (NGZ). Dormagen Gerd Hengsberger, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Stadt Dormagen WSD, fiel aus allen Wolken. „Mit einer solch starken Kritik an der Dormagener Innenstadt hätte ich nicht gerechnet“, sagt der WSD-Vorsitzende. 247von 515 Befragten oder knapp 48 Prozent sind mit dem Einkaufsangebot in Dormagen nicht zufrieden. 219 Befragte (42,52 %) äußerten sich im Umfrage-Mailing der NGZ zufrieden mit den Einkaufsmöglichkeiten, nicht sicher sind sich 49 (9,51%). Hengsberger versucht eine Einordnung: „Das zeigt, dass wir unsere Anstrengen für die City ausweiten müssen. Das neue Konzept mit einer professionellen Agentur wird uns dabei helfen.“ Einigermaßen gelassen reagiert Bürgermeister Heinz Hilgers auf dieses Umfrage-Ergebnis. „Es deckt sich weitgehend mit unseren Umfragewerten.“ Dabei stelle sich immer wieder heraus, dass die Innenstadt bei den Dormagenern selbst wenig geschätzt werde. Hilgers: „Spricht man mit Besuchern aus dem Neusser Süden und dem Kölner Norden, so sind die sehr angetan von Ambiente und Angebot auf der Kölner Straße.“

Erstaunliche Ergebnisse erbrachte das Umfrage-Mailing der NGZ in Dormagen: So zeigte sich nicht einmal die Hälfte aller 515 Befragten mit der Einkaufssituation in der Innenstadt zufrieden. Viele sehen das Fachmarktzentrum skeptisch. 
 Foto: : 
H. Coenen
Erstaunliche Ergebnisse erbrachte das Umfrage-Mailing der NGZ in Dormagen: So zeigte sich nicht einmal die Hälfte aller 515 Befragten mit der Einkaufssituation in der Innenstadt zufrieden. Viele sehen das Fachmarktzentrum skeptisch. Foto: : H. Coenen

Auch wenn die Kunden nur zum Teil zufrieden sind - die Frequenz in der City stimmt. „Unsere Erhebungen haben ergeben, dass die Frequenz am Freitag hervorragend, am Samstag und Dienstag gut und an den anderen Tagen zufrieden stellend ist“, erläutert Hilgers. Eine zunehmende Anzahl an Billiganbietern ist die eine Seite. Auf der anderen sind die Cafes und Bistros mit ihren Fensterfronten und Außenterassen, die immer mehr Kunden zum Verweilen anziehen. Für Hengsberger ein gutes Zeichen: „Im Vergleich zu früher ist die Innenstadt deutlich kommunikativer geworden.“ Peter Scheuß, Friseur an der Kö und WSD-Urgestein mit kritischer Haltung zur Entwicklung in Dormagen, bedauert die Händler: „Da werden manche Anstrengungen der Kaufleute nicht belohnt.“

Nicht verwundert ist Peter Scheuß über die Zurückhaltung der befragten Dormagener zum Fachmarktzentrum Zuckerfabrik. Seine Analyse: „Dort wird vieles angeboten, das es in Dormagen bereits gibt.“ Er nennt Baumarkt, Fast-Food-Ketten oder Edeka. Der Anreiz für die Dormagener fehle. 179 Befragte (34,76 %) sind der Ansicht, dass das Fachmarktzentrum mit mehr als 25 000 Quadratmetern Verkaufsfläche die Innenstadt stärken werde. 213 (41,36 %) glauben nicht daran; nicht sicher sind sich 123 (23,88 %).Hilgers dazu: „Den Menschen fällt es immer schwer, sich eine zukünftige Situation theoretisch vorzustellen.“ Er selbst habe mit größeren Widerständen gerechnet. „Wenn dort erst einmal für alle sichtbar gebaut wird, ändert sich das Meinungsbild“, so Hilgers. Laut Hengsberger haben viele Einzelhändler Sorgen, dass ihre Umsätze von den Fachmärkten abgegraben wird. „Und viele Kunden bekommen die Sorgen der Händler mit“, sagt der WSD-Vorsitzende.

Vergleichsweise zufrieden sind die NGZ-Leser offenbar mit den Parkplatzangeboten in Dormagen. 207 (40,19%) äußerten Zustimmung zum Parkkonzept, 196 (38.06 %) sind nicht damit zufrieden und satte 112 der Befragten (21,75%) haben dazu keine Meinung. Für Bürgermeister und WSD-Vorsitzenden ein klarer Ansatzpunkt: „Wir müssen hier dringend die Information über das neue Parkkonzept verbessern und die Kunden aufklären.“ Hengsberger: „Das ist im Vergleich zu den Großstädten ein Vorteil, den die Stadt so richtig herausstellen kann.“ Dabei soll in Zukunft verstärkt auf die große Parkfläche auf dem Schützenplatz hingewiesen werden, die immer noch zu wenig genutzt wird.

Zur Sache Weckruf

Quelle: NGZ


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