Aus Geldmangel gestrichen (NGZ). Von Petra Schiffer Zum ersten Mal seit sieben Jahren soll nach den Sommerferien wieder der Dormagener Umweltschutzpreis ausgeschrieben werden.
Er war im Jahr 1999 zuletzt verliehen worden, danach wurde er gestrichen, um Geld zu sparen - zum Leidwesen des städtischen Umweltteams. „Dieser Preis hat eine Signalwirkung nach außen und demonstriert, wie wichtig einer Stadt das Thema Umwelt ist“, betont Jürgen Reith, Mitglied des Umweltteams. Deshalb habe er nach dem „Regierungswechsel“ im Dormagener Rathaus im vergangenen Herbst sofort bei der ersten Dienstbesprechung mit dem neuen Bürgermeister Heinz Hilgers das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Der gab grünes Licht - unter der Voraussetzung, dass im Haushaltssicherungskonzept die städtische Kasse nicht belastet wird. Gemeinsam wurde die Suche nach einem Sponsor gestartet, der jetzt gefunden ist: RWE-Umwelt wird im Zwei-Jahres-Rhythmus einen Betrag von 2500 Euro zur Verfügung stellen, der entweder an den Sieger des Wettbewerbs geht oder unter mehreren interessanten Projekten aufgeteilt wird.
Die Prämie für den Umweltpreis hatte bis 1999 eine Höhe von 5000 Mark. Zufrieden dürften auch die Dormagener Jusos sein. Sie hatten im Juni den Antrag gestellt, den Wettbewerb wieder einzuführen, notfalls auch ohne finanzielle Prämie. „Wir erhoffen uns viel von der Wiederbelebung des Preises“, sagt Reith. Das Bewusstsein der Dormagener für den Natur- und Umweltschutz solle wieder mehr geschärft werden. Der Preis solle motivieren, sich mit Umweltprojekten auseinander zu setzen. Auch die Naturschutzverbände in der Stadt solle der Umweltwettbewerb aufrütteln. „Ich wünsche mir dort wieder mehr Aktivität“, meint Reith. „Viele Vereine in diesem Bereich haben Nachwuchssorgen, dabei ist es nicht schwer, Kinder für Umweltthemen zu begeistern, das sehen wir an unserem Projekt Umwelt-Scouts.“ Auch Guido Schenk, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit im Dormagener Rathaus, ist davon überzeugt, dass die „Revitalisierung“ des Preises der richtige Weg ist. „Der Umweltbereich muss in einer Stadt, die so stark von der Chemie geprägt ist wie Dormagen, besonders sensibel behandelt werden“, sagt er.
„Mit dieser Initiative tragen wir dieser besonderen Bedeutung Rechnung.“ Die konkreten Ausschreibungsunterlagen werden in Abstimmung mit RWE in den nächsten Wochen überarbeitet und sollen im Herbst vorliegen. Die Preisverleihung könnte dann Anfang 2006 angesetzt werden. Geplant ist, dass sich wie in der Vergangenheit - der Preis wurde das erste Mal im Jahr 1987 verliehen - Unternehmen, Vereine, Schulen, Kindergärten, aber auch Privatinitiativen und auch einzelne Personen an dem Wettbewerb beteiligen können. Bislang gehörten etwa der Hit-Markt, die Naturranger, der Bienenzuchtverein Nievenheim und Umgebung, die Regenbogenschule und eine Elterninitiative für einen Spielplatz zu den Preisträgern. Bewerben können sich alle, die sich für Naturschutz, Grün in der Stadt, Tier- und Artenschutz, Energie- und Wassereinsparungen, Abfallvermeidung oder Klimaschutz engagieren. Eine Jury soll ebenfalls gemeinsam mit dem neu gefundenen Sponsor zusammen gestellt werden.
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