Dormagen (NGZ). Der Waldkindergarten Dormagen hat Unterstützung aus der Politik erhalten. Bei der Eröffnung des Mehrgenerationen-Spielplatzes im Tannenbusch sicherte der Landtagsabgeordnete für Dormagen, Wiljo Wimmer (CDU), im Beisein von Bürgermeister Peter Olaf Hoffman (CDU) zu, den Kindergarten zu erhalten.
"Sie können sicher sein, dass wir Ihre Konzeption unterstützen und mit Ihnen am gleichen Strick ziehen", sagte er den rund 50 Eltern, die sich mit ihren Kindern und den Erziehern zu einer Protestveranstaltung unter dem Motto "Wir bleiben hier" vor der Tannenbusch-Bühne versammelt hatten. Für Wimmer ist allerdings die Schmerzgrenze erreicht, "wenn der Haftpflicht-Versicherer der Stadt das Risiko nicht mehr tragen würde."
Wimmer sieht allerdings kaum Chancen für einen weiteren Ausbau für unter Dreijährige. Anlass für die Demonstration war das Vorgehen des Bürgermeisters, der die Einrichtung aus Sorge vor Baumbruch-Unfällen geschlossen hatte. "Ohne dass der Jugendhilfeausschuss der Stadt mit der Absicht des Bürgermeisters befasst war, verkündete Hoffmann wenige Tage vor Beginn des neuen Kindergartenjahres die Schließung der seit 1992 existierenden Einrichtung, die 50 Kinder besuchen und die sich aufgrund ihrer vorbildlichen Arbeit auch überregional einen Namen gemacht hat", sagt Klaus Amoneit, der Vorsitzende des progressiven Eltern- und Erzieherverbandes NRW, der den Waldkindergarten Dormagen berät. "Ein Bürgermeister ist nach dem Kinder-und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) dazu verpflichtet, mit freien Trägern und Eltern partnerschaftlich zusammenzuarbeiten", sagt Amoneit, der früher Amtsleiter im Landesjugendamt Rheinland war. Die Eltern konnten einen vorläufigen Aufschub erwirken bis zu einem Ortstermin mit allen Beteiligten, der in Kürze stattfinden soll.
Auch der Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Ingo Kolmorgen, kritisiert: "Wir sind nicht einverstanden damit, dass der Bürgermeister keine einvernehmliche Lösung gesucht hat. Wir wollen jetzt Gespräche mit dem Bürgermeister führen, um den Fortbestand an dieser Stelle zu sichern." Der Grünen-Vorsitzende sagte gegenüber den Eltern, dass die Frage des Waldkindergartens zur "Koalitionsfrage" werden könne. Die erste Vorsitzende, Katharina Hesseln, erklärte den Willen der Erziehungsberechtigten: "Wir bleiben in diesem Haus an diesem Standort." Der Vorstand wird nun einen Antrag für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses einreichen, in dem die Eltern den Verbleib des Kindergartens am jetzigen Standort fordern.
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