Pläne für Altenpflegeheim und Betreutes Wohnen vorgelegt (NGZ). Das Kreiskrankenhaus Hackenbroich soll sich zu einem umfassenden Kranken- und Pflegezentrum entwickeln - mit unterschiedlichsten Dienstleistungen an einem Ort. Dazu gehört auch ein Altenpflegezentrum, für das zwei Planungsbüros erste Pläne vorgelegt haben. Von der Kooperation könnten die Einrichtungen sowie Patienten und Bewohner gleichermaßen profitieren. Neben dem Kreiskrankenhaus in Hackenbroich soll ein Zentrum mit verschiedenen Angeboten für ältere Menschen entstehen - vom Betreuten Wohnen bis zum Altenpflegeheim. NGZ-Foto: M. Reuter
"Das Krankenhaus muss sich zu einem Kranken- und Pflegezentrum entwickeln", erklärte am Montag Krankenhausdirektor Hubert Retzsch bei einem Informationsgespräch mit Bürgermeister Reinhard Hauschild, Vertretern des Krankenhauses und des Kreises sowie CDU-Landtagsabgeordnetem Karl Kress. "Mit der Budgetierung im Gesundheitswesen müssen wir bei den Einnahmen wie eine Planwirtschaft arbeiten, bei den Kosten aber wie eine Marktwirtschaft."
Die Schere zwischen Kosten und Einnahmen droht im Krankenhausbereich weiter auseinander zu gehen. Die Verzahnung zwischen Krankenhaus und niedergelassenen Ärzten - etwa der in Hackenbroich geplante zentrale niedergelassene Notärztliche Dienst - sind eine Lösung, doch die möglichen Kooperationen gehen weit darüber hinaus.
Eine treibende Kraft ist die Stadt. "Wir haben großes Interesse daran, dass die Fläche zwischen Krankenhaus und Dr. Geldmacher-Straße eine Nutzung erhält, die das Krankenhaus sinnvoll ergänzt und stärkt", machte Hauschild deutlich. Er informierte seine Gesprächspartner Montag über die Pläne von zwei Projekt-Gruppen für Altenpflegeeinrichtungen.
Danach könnten auf dem zwei Hektar großen Grundstück neben dem Krankenhaus in zwei- bis dreigeschossigen Gebäuden ein Altenpflegeheim mit etwa 80 Plätzen sowie weitere Angebote für Senioren wie Betreutes Wohnen entstehen.
Auch an eine Kurzzeitpflege ist gedacht. Der Vorteil der Kooperation: "Auf diese Weise lassen sich viele betriebswirtschaftliche Synergien nutzen", erläutert Dr. Christian Will, Vorsitzender des Kreiskrankenhausausschusses. "Das fängt bei der Heizung an und reicht über den Bereitschaftsdienst bis zur Küche, die vom Altenheim mitgenutzt werden könnte."
Umgekehrt könnte die Reha-Tagesklinik im Krankenhaus von der Nachbarschaft profitieren. Zudem ließe sich die Verweildauer der Patienten verringern. "Wenn Patienten entlassen werden sollen, zu Hause aber keiner da ist, der sie pflegt, wäre eine Kurzzeitpflege preiswerter als ein weiter Krankenhausaufenthalt", so Hubert Retzsch.
Zweifel am Bedarf für ein Altenpflegezentrum haben Krankenhaus und Stadt nicht, auch wenn die offizielle Bedarfsanerkennung noch aussteht. "Wenn wir für Patienten einen Heimplatz suchen, müssen wir sie manchmal sogar im Westerwald unterbringen", so die Erfahrung des Krankenhausdirektors.
Noch stecken die Pläne in den Kinderschuhen, müssen die Planungsbüros Investoren und Betreiber finden. Das Grundstück ist zwar in privatem Eigentum, doch besteht ein 50 Jahre laufender Erbpachtvertrag mit der Stadt. Retzsch und Dr. Will begrüßten es, dass die Stadt bereits in einem so frühen Stadium auf den Kreis zugeht, so könnten noch Vorschläge berücksichtigt werden.
Ebenfalls am Krankenhaus ist eine gemeindenahe Psychiatrie der Alexianer Gesellschaft mit einer Wohneinrichtung für 25 chronisch psychisch Kranke und einer Tagesklinik. "Dort entsteht weder eine Forensik noch eine Drogenanlaufstelle", erklärt Kreistagsmitglied Dr. Gerd Ammermann. "Man könnte die Einrichtung auch als Betreutes Wohnen beschreiben, ähnlich wie an der Pommernallee."
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