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Dormagen: Vorbehalte gegen Sendemasten

VON CHRIS STOFFELS - zuletzt aktualisiert: 22.03.2006 - 21:30

Dormagen (NGZ). Dormagen Eine Reihe interessanter Anrufe, e-Mails und Fax-Antworten erhielt die NGZ-Redaktion am Mittwoch im „Heißen Draht“ zum Thema Mobilfunk-Anlagen. Die meisten Leser bezogen sich auf die Anlagen in Zons.

Helga Scholten kritisierte, dass der Sendemast an der Rosegger Straße inmitten des Wohngebiets vor fünf Jahren nicht in Betrieb genommen worden war, jetzt aber nach der Änderung der Rechtsprechung eingeschaltet werden soll: „Die Stadt hat es versäumt, den Mast abzubauen, jetzt sollen wir darunter leiden.“

Ihre Tochter Birgit Scholten-Hoffmann zu dem gleichen Mast: „Jetzt haben die Gerichte anders entschieden, schon haben die Mobilfunk-Anbieter Narrenfreiheit.“Christine Bock, ebenfalls aus Zons lebt ganz in der Nähe eines Mastes: „Ich habe Angst vor den Strahlen“, sagt sie - ein Handy besitzt sie nicht.

Bürgermeister Heinz Hilgers gibt zu bedenken, dass die rechtlichen Möglichkeiten der Stadt, Mobilfunk-Anlagen abzulehnen, sehr begrenzt sind: „ Wir haben nur die Möglichkeit, gestalterisch einzugreifen.“ Wenn die Masten auf Privathäusern errichtet werden, so sind die Einflussmöglichkeiten noch geringer. Rechtsstreitigkeiten gegen die Masten seien aussichtslos.

Peter Fuchs befürwortet einen Gesamtplan für ganz Dormagen, laut Hilgers ist eine vom Zentrum geforderte Veränderungssperre rechtlich für diesen Fall nicht zulässig.

Für Wolfgang Horst aus Zons sind die Bedenken der CDU gegen den Mobilfunk-Standort „Quatsch“ - der Blick auf die historische Kulisse werde nicht verstellt. „Im übrigen muss derjenige, der ein Handy benutzen will, auch die Masten akzeptieren.“

„Es reicht mit den Masten“ ist die knappe Reaktion vonMargret Steiner aus Straberg. Deutliche Vorbehalte äußert auch Birgit Weiand aus Zons, „Solche Anlagen gehören nicht in Wohngebiete. Nur der leiseste Verdacht auf Gesundheitsschäden sollte ausreichen, Abstände einzuhalten.“

„Seit die Masten in der Nähe aufgestellt wurden, kann ich nicht mehr schlafen“, klagt Heinz-Willi Güsgen aus Gohr. Trotz Alumium-Rolläden, speziellen Lüftungen, isolierten Fenstern haben er und Ehefrau Marina das Schlafzimmer geräumt, sind in einen anderen Raum gezogen. Güsgen: „Seit der Mast in 35 Meter Entfernung steht, kann ich mich zeitweise kaum noch bewegen, habe Kopfschmerzen, kann meine Finger kaum bewegen.“

Beschwerden, die der Arzt Reiner Hambüchen aus Jüchen-Gierath gut nachvollziehen kann: „Ich habe viele chronisch Kranke, bei denen der Verdacht nahe liegt, dass die Krankheiten wie Allergien und Rheuma durch die elektromagnetischen Felder der Masten ausgelöst werden.“ Laut Hambüchen ist der Zusammenhang mit den Sendemasten messbar und wissenschaftlich in Fachzeitschriften nachgewiesen.

„Viele begehen den Denkfehler und suchen nur nach Ursachen für Krebs. Dabei äußert sich der Körper bei solchen Störungen in vielerlei Krankheiten.“ Im Körper sei „eine deutliche Menge Eisen“ vorhanden, „und es ist doch logisch, dass das auf die mit elektromagnetischen Reaktionen reagiert“.

Quelle: NGZ


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