Dormagen (NGZ). Die Christuskirche soll durch einen Teilneubau der Orgel ein besseres Instrument erhalten. Kantor Christian Stähr stellte jetzt erste, mutige Entwürfe für die Neugestaltung des Orgelsprospekts vor.
Wer sich auf der Internetseite der evangelischen Kirchenmusik in Dormagen die Beschreibung der 1964 gebauten Christuskirchen-Orgel anschaut, versteht sofort, warum sich Kantor Christian Stähr so sehr auf einen neuen "Arbeitsplatz" freut. "Die Qualität des Instruments ist, selbst gemessen am Durchschnitt der 60er Jahre, unterdurchschnittlich."
Zunehmende technische Probleme wie die abgespielte Pedalklaviatur und Tonlöcher, fehlende Klangfarben und scharfe, unschöne Klänge machen dem Organisten und seinen Zuhörern zu schaffen. Zudem ist das Instrument leicht versetzt zum Kirchenschiff auf der Empore platziert – das isoliert den Kantor. Um es mit Stährs Worten zu sagen: "Der Standort hat zu viele Nachteile, und dem Instrument fehlt die Substanz." Deshalb hat sich die Gemeinde nicht nur zu einer technischen Sanierung – "die würde die Probleme konservieren", so Stähr –, sondern zu einem Teilneubau der Orgel entschlossen. Dessen Planung geht jetzt in die entscheidende Phase. Soeben hat Stähr, seit 2006 als Kantor und Organist in Dormagen, erste Entwürfe des 29-jährigen Stuttgarter Designers und Architekten Aaron Werbick vorgestellt. Die Bilder vermitteln einen ersten Eindruck davon, wie die Orgel aussehen könnte, wobei Stähr kein Hehl daraus macht, wie gut ihm die Entwürfe gefallen. Werbick ist Wunschkandidat des Orgelausschusses, wenn es um die Gestalt der Orgel geht.
Die Orgel
Das jetzige Instrument wurde 1964 von der Kölner Orgelbaufirma Willi Peter gebaut – mit damals modernen Materialien wie Aluminium und Kunststoff.
Beim Teilneubau, bei dem die Orgel auf die Brüstung der Empore gesetzt wird, werden etwa zwei Drittel der 1800 Pfeifen und zwei der Windladen weiterverwendet.
Zu sehen ist ein modern anmutender Orgelprospekt, dessen Anblick dennoch ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Es werden Muster und Symmetrien erkennbar, Technik und Ästhetik gehen eine zeitgemäße Symbiose ein. Das Gehäuse wird durch eine Gewebebespannung ersetzt, die Teile des Innenlebens sichtbar macht. "Wir wollten bewusst einen mutigen Entwurf", sagt Stähr, auch wenn dadurch besondere Herausforderungen auf die Orgelbauer zukämen.
Fest steht: Der Spieltisch wandert von der Empore nach unten, die Orgel wird auf der Brüstung platziert. "Dadurch kann man viel mehr Zuhörer mit Direktschall versorgen, ohne dass die Orgel unangenehm laut wird." Das Instrument soll künftig voluminös, farbig und entspannt klingen – "wie ein gesunder Sänger", sagt Stähr.
Der Zeitplan steht: Sobald die Prospektgestaltung klar ist, soll im Sommer die Ausschreibung erfolgen. Bis zum Jahresende könnten die Angebote der Orgelbauer gesichtet worden und eine Entscheidung gefallen sein. 200 000 der benötigen 350 000 Euro für den Umbau haben Gemeinde und private Spender schon bereitgestellt. Weitere Spenden zu sammeln, werde leichter, "wenn die Spender das neue Instrument vor Augen haben", glaubt Stähr. "Dann kann man Menschen besser motivieren."
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.