Dormagen (NGZ). Der Waldkindergarten im Tannenbusch kann zunächst weiterarbeiten. Neue Gutachten sollen Klarheit über die Gefährdung für den Waldkindergarten schaffen. Evakuierung bei Unwettern.
Die kleine Anna (4) jubelt. sie kann mit ihren 42 Freunden zunächst weiter im Wald klettern und toben. Ihre Mutter, Katharina Hesseln (32), ist Vorsitzende des Trägervereins des Waldkindergartens. Sie schaffte zusammen mit weiteren Vorstandsmitgliedern gestern Mittag im Gespräch mit Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann den Durchbruch: "Wir dürfen am Montag zunächst wieder öffnen und unseren normalen Betrieb weiterführen."
Das war nach den Meldungen der vergangenen Tage das Optimum des Erreichbaren. "Wir sind sehr angespannt in das Gespräch gegangen und sind jetzt total erleichtert" , sagt Hesseln. Doch es ist keine Dauerlösung. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann, der am Dienstag noch die Schließung des Kindergartens aus Sicherheitsgründen angeordnet hatte, macht deutlich, dass es sich um eine Übergangslösung handelt: "In einem Ortstermin mit allen zuständigen Behörden soll dann geklärt werden, ob die Einrichtung auf Dauer an ihrem Standort verbleiben kann."
Mini-Tornado
Einen Schock hatte die Stadt Dormagen erst vor wenigen Wochen erlitten, als bei einem Mini-Tornado in Delrath zwei große Bäume unmittelbar neben der Kindertagesstätte "Villa Bunte Wolke" umstürzten.
Die Kinder entgingen laut Peter-Olaf Hoffmann dabei nur knapp den Gefahren.
Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW hatte Bedenken zur Sicherheit des vorhandenen Gebäudes geäußert, da es von hohen Bäumen umgeben ist, die bei Stürmen umstürzen könnten. Einen geplanten Erweiterungsbau für die Betreuung unter dreijähriger Kinder kann die Stadt deshalb auf keinen Fall im Tannenbusch errichten. Hoffmann: "Um hier für Abhilfe zu sorgen, müssten rund 200 Bäume im näheren Umkreis des Kindergartens gefällt werden." Dagegen spricht sich allerdings die Untere Landschaftsbehörde des Rhein-Kreises Neuss aus, da es sich um "sehr wertvollen Baumbestand" handele. Ein Problem des Tannenbuschs: Die Bäume wurden auf einer Sanddüne gepflanzt und haben dabei vergleichsweise wenig Halt.
Für die Übergangszeit gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen: Bei Unwetterwarnungen darf das Gebäude des Kindergartens im Tannenbusch ab sofort nicht mehr genutzt werden. Die Stadt bietet dem Verein für solche Fälle einen Schutzraum an, den die Kinder und ihre Erzieherinnen in der nahe gelegenen Grundschule Delhoven aufsuchen können. Alternativ denkt der Verein darüber nach, einen Bauwagen außerhalb des Waldes aufzustellen. Die Feuerwehr Dormagen wird Unwetterwarnungen unverzüglich an die mit Han-dys ausgestatteten sieben Mitarbeiterinnen des Kindergartens weiterleiten, so dass sie rechtzeitig reagieren können.
Dauerhaft ist unter anderem ein Umzug in die Kindertagesstätte Nahestraße in Hackenbroich angedacht. Doch gegenüber einer solchen Lösung sind die Eltern sehr skeptisch.
Ebenfalls geprüft wird die Sicherheit der Tannenbusch-Gastronomie und der Waldbildungsstätte.
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