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Dormagen: Wie Opa in den Himmel kommt

VON HEIKO SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010

Dormagen (NGZ). Die Hospizbewegung zeigt in der Markuskirche eine bewegende Ausstellung über ihre Arbeit mit Grundschülern. Sie zeigt, wie Kinder das Thema "Tod und Sterben" begreifen.

"Es ist ganz natürlich, dass Eltern ihre Kinder schützen und nicht belasten wollen" Foto: NGZ
"Es ist ganz natürlich, dass Eltern ihre Kinder schützen und nicht belasten wollen" Foto: NGZ

"Was macht ihr da mit dem Altenclub?" Den ein oder anderen Spruch müssen sich die Grundschüler schon anhören, wenn die Ehrenamtler der Hospizbewegung zu ihnen kommen. "Die Betreuer, die im Rahmen des Projekts ,Hospiz macht Schule' zu den Kindern gehen, sind ja meist im Rentenalter", sagt Anita Kramer, Koordinatorin der Hospizbewegung in Dormagen.

Anders wäre es auch kaum möglich, eine ganze Projektwoche als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Noch dazu bei einem Thema, dessen Vermittlung nicht nur besonderer Sensibilität, sondern auch einer intensiven und ohne Spenden nicht finanzierbaren Ausbildung bedarf. Denn die Ehrenamtler, die sich im Projekt ,Hospiz macht Schule' engagieren, sprechen mit Grundschülern intensiv über Tod und Sterben, über Krankheit und Vergänglichkeit, über Schmerz und Verlust – über Themen also, mit denen die Kleinen umso seltener konfrontiert werden, je größer die Berührungsängste ihrer Eltern und Lehrern sind.

Info

"Hospiz macht Schule"

Das Projekt läuft bereits in 14 Bundesländern. Eine Woche lang beschäftigen sich Grundschüler mit dem Thema "Tod und Sterben", betreut von fünf ausgebildeten Ehrenamtlern.

In Dormagen waren bereits die Regenbogenschule, die Schule am Kronenpützchen und die Tannenbuschschule beteiligt.

"Natürlich wollen Eltern ihre Kinder schützen und nicht belasten, nicht einmal bei einem Trauerfall in der Familie", weiß Anita Kramer. "Doch Kinder sind neugierig, und sie sind aufmerksame Beobachter. Sie spüren unsere Trauer und wollen sich damit auseinandersetzen." Das zeigte sich auch während der Projektwochen an Dormagener Schulen, deren Ergebnisse – Bilder, Briefe, Fotos und ein Film der Kinder – heute zu sehen sind.

Für Anita Kramer, eine Krankenschwester, die sich nach der Geburt ihrer Kinder entschloss, als Sterbebegleiterin zu arbeiten, weil ihr die ganzheitliche Pflege innerhalb der medizinischen Betreuung schwerkranker Patienten fehlte, passt das gut zum Tag der Generationen. Denn bei "Hospiz macht Schule" kommen sich die überwiegend älteren Betreuer und die Kinder sehr nah. "Es geht nicht darum, auf jede Frage eine Antwort zu finden, sondern Fragen zuzulassen", betont Kramer. Kinder wollen wissen: "Wie kommt Opa in den Himmel, wenn wir ihn auf dem Friedhof beerdigen?" Neben religiösen Vorstellungen geht es auch um mehr Wissen: "An jedem zweiten Tag der Woche kommt ein Hausarzt, der den Kindern zum Beispiel erklärt, was Krebs ist", erklärt Kramer.

Ausstellung heute von 10.30 bis 18 Uhr im Seniorenzentrum Markuskirche, Weilerstraße 18a in Horrem. Infos unter Tel. 02133 478661 und www.hospizbewegung-dormagen.de

Quelle: NGZ

 
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