Dormagen (NGZ). Dormagen „Constant Maturity Swap“ - für viele Bürgermeister und Kämmerer zur Mitte des Jahrzehnts ein Heilsbringen. Mit Zinswetten konnten auf einmal Teile der Schulden der Kommunen ohne großen Aufwand getilgt werden. Es herrschte unter nahezu allen Kommunen eine regelrechte Goldgräberstimmung. In den Augen vieler Bürger allerdings zählen diese Zinswetten zu jenen Instrumenten des Zinsmanagements, die zu der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise geführt haben.
Die Stadt Dormagen legte runde zehn Millionen Euro an - Laufzeit bis Ende 2014. Einige Zeit ging das gut. Auch in Dormagen. Kämmerer Ulrich Cyprian blickt zurück auf die Entwicklung: „Vom ersten Halbjahr 2005 bis Ende 2006 hatten wir halbjährlich Gewinne zwischen 47 000 und 1500 Euro.“ Dann drehte der Zins, mit ihm die Swap-Erträge ins Negative: Das Minus lag halbjährlich zwischen 52 000 und 118 000 Euro.
Unter dem Strich erzielte die Stadt zwischen Dezember 2004 und Ende 2008 Erträge von rund 1,32 Millionen Euro. Dem stehen allerdings Aufwendungen in Höhe von knapp 1,6 Millionen entgegen. So die Rechnung, die Cyprian dem Hauptausschuss präsentierte. Der Kämmerer: „Unter dem Strich stehr ein Minus von genau 229 341,67 Euro.“
Doch diese Zahl wird vom Zentrum angezweifelt. Fraktionsvorsitzender Hans-Joachim Woitzik: „Bei der Angabe seiner Zahlen trickst der Kämmerer nämlich immer wieder, indem er die Aufwendungen, welche die Stadt für die Risikobegrenzung des Zinsgeschäftes aufbringt, verschweigt.
Diese muss hinzugerechnet werden.“ Anders Cyprian: „Diese Aufwendungen in Höhe von 82 000 Euro sind in der Rechnung bereits enthalten. Herr Woitzik berechnet sie zwei Mal.“ Das, so Cyprian, sollte einem Politiker nicht passieren, der sich so intensiv mit dem Thema befasst und es in Rat und Hauptausschuss immer wieder aufruft.
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