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Dormagen: Wiljo Wimmer ist im Landtag

zuletzt aktualisiert: 10.05.2010 - 18:54

Dormagen (NGZO). In Dormagen wird Kontinuität gewahrt. Mit Wiljo Wimmer zieht erneut der CDU-Kandidat in den Landtag Nordrhein-Westfalen ein. Und es ist erneut ein Zonser: Der 49 Jahre alte Fachanwalt für Strafrecht löst Karl-Kress ab, der in den vergangenen zehn Jahren die Dormagener, Grevenbroicher und Rommerskirchener Farben in Düsseldorf vertrat.

Wiljo Wimmer zieht für die CDU in den Landtag ein.  Foto: Hans Jazyk
Wiljo Wimmer zieht für die CDU in den Landtag ein. Foto: Hans Jazyk

Wiljo Wimmer kam in Dormagen mit deutlichem Vorsprung auf 45,05 Prozent der Stimmen vor seinem SPD-Rivalen Edmund (Eddy) Feuster, der auf 32,32 Prozent kam. Wimmers Sieg gelang auf der ganze Linie: Selbst in der Feuster-Heimatstadt und -Hochburg Grevenbroich holte Wiljo Wimmer einen – wenn auch knappen – Vorsprung heraus.

Wiljo Wimmer genoss die Glückwünsche im Rathaus. Zu den ersten Gratulanten zählten Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann mit Gattin Bärbel, stellvertretender Bürgermeister Hans Sturm, aber auch SPD-Ratsfraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt. Der zeigte sich trotz des für ihn wider Erwarten schlechten Abschneidens von Feuster in Jubelstimmung. „Hannelore Kraft wird Ministerpräsidentin“, war er sich von der ersten Hochrechnung an sicher. Und er sieht die Sozialdemokraten in Dormagen wiedererstarkt: „Wir haben das Tal der Tränen hinter uns und liegen deutlich besser als bei der Kommunalwahl.“

Die Wähler haben auch in Dormagen offenbar sehr genau zwischen Erst- und Zweitstimme unterschieden. So schnitt Wimmer deutlich besser ab als die CDU insgesamt. Die Christdemokraten mussten bei den Zweitstimmen mit minus zehn Prozent auch deutliche Verluste hinnehmen, allerdings nicht ganz so gravierend wie im Landesdurchschnitt. Die Einschätzung der Gründe reichte von den Griechenland-Krediten (Hoffmann) bis zu der Sponsoring-Affäre zu Beginn des Wahlkampfes (Sturm), von dem „miserablen Start von Schwarz/Gelb in Berlin“ (Kress) bis zu dem allgemeinen Umkehrtrend in NRW (CDU-Stadtverbandschef Norbert Dahmen).

Strahlen bei Ingo Kolmorgen: Die Grünen legten in Dormagen um 5 Prozent zu. Trotzreaktionen bei Beate Brebeck: Ihre FDP stieg nur um 0,9 Prozent auf 6,8 Prozent. „Ich hatte mit einem zweistelligen Ergebnis für uns gerechnet“, so die Fraktionschefin. Am aufmerksamsten verfolgte die Wahlpräsentation im Rathaus Rafael Kazior. Der 21-Jährige ist Repräsentant der Piraten-Partei und hätte statt der 1,5 Prozent gerne eine zwei vor dem Komma gesehen. Die Linke spielen in Dormagen weiterhin keine große Rolle: Sie lag in Dormagen bei knapp 4 Prozent. Und auch das rechte Spektrum trat bei dieser Wahl mit 4 Prozent nicht groß in Erscheinung, auch wenn einige Ergebnisse für Pro NRW mit über 5 Prozent in einigen Stimmbezirken zum Beispiel in Dormagen-Mitte negativ zu Buche schlagen.

Am Montag beginnt für Wiljo Wimmer der Landtags-Alltag. Um 15 Uhr trifft sich die „Niederrhein-Gruppe“ der Fraktion und bespricht erste Aufgabenverteilungen. Am Dienstag wird um 10 Uhr die alte Fraktion verabschiedet, darunter auch Karl Kress. Anschließend kommt dann schon die neue Fraktion zusammen. Wimmer wusste Sonntagabend bei seiner Siegesfeier im Höttche noch nicht, ob er künftig Regierung oder Opposition ist. Eventuell muss er dann den Klingelton seines Handys doch noch ändern. Zurzeit klingelt er deutlich jamaikanisch – entsprechend der Koalition in Dormagen, was aber vermutlich nicht dem Bündnis in Düsseldorf entspricht.

Entsprechend vage sind auch Wimmers Ziele und Hoffnungen für sein Landtagsmandat: „Es bleibt dabei: Ich werde mich in erster Linie um die kommunalen Finanzen, den Erhalt des Schulsystems und die Industriepolitik einsetzen.“ Wimmer, der am Nachmittag noch mit seinem Tambourkorps Zons in Rheinfeld spielte, genoss seinen ganz persönlichen Triumph.

Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung lag in Dormagen mit 60,26 Prozent noch einmal deutlich niedriger als bei der Landtagswahl 2005, als 63,67 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne ging. Insgesamt 7744 Dormagener machten dabei von der Briefwahl Gebrauch. Das sind deutlich mehr als als bei vorangegangenen wahlen. Insgesamt waren in Dormagen 46 894 Wahlberrechtigte zur Stimmabgabe aufgefordert. Das sind 274 mehr als vor fünf Jahren.

Quelle: dhk

 
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