Dormagen (NGZ). Für die erste Folge unserer Sommer-Serie "Lieblingsplatz" trafen wir Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann an einem Ort, zu dem er eine ganz enge, sehr persönliche Beziehung unterhält: Kloster Knechtsteden. Regelmäßig sucht er hier Entspannung. Am liebsten allein.
Es ist ein typischer Knechtsteden-Morgen. Typisch heißt: Es ist still und fast menschenleer rund um die altehrwürdige Basilika. Nur Vogelgezwitscher ist zu hören. Die Ruhe dämpft jedes Gespräch. Hier möchte man sehen, nicht gesehen werden. Hier möchte man nachdenken, nicht reden.
Genau deshalb ist Kloster Knechtsteden ein wichtiger Ort für Peter-Olaf Hoffmann. Der Dormagener Bürgermeister kommt regelmäßig hierher, "am liebsten allein". Hoffmann kommt hierher, wenn genug geredet worden ist. Wenn nur noch Stille hilft, um wieder zu sich selbst zu finden. "Hier finde ich Abstand und Entspannung nach einer hektischen Ratssitzung oder während eines stressigen Tages im Büro," sagt er. Von beidem gab es viele in letzter Zeit.
Die Basilika
Kirche Gebaut in zwei Abschnitten zwischen 1138 und 1181 im romanischen Stil als Stiftskirche der Prämonstratenser-Abtei
Ostapsis Während der Neusser Fehde wurde die Ostapsis schwer beschädigt; Abt Ludger ließ sie 1477 im gotischen Stil erneuern
Innenraum Erhielt heutige Gestalt durch Restaurierung 1962 bis 1964
Hoffmann hat eine enge Beziehung zu diesem historisch, kunstgeschichtlich, architektonisch und spirituell bedeutsamen Ort, den er "ein Kleinod, einen Schatz" nennt. "Es gibt keinen schöneren Ort, um getauft zu werden", sagt Hoffmann, der evangelisch ist, aber seine Kinder in der Basilika hat taufen lassen. "Wir wollten die Kinder katholisch erziehen." Sein Sohn hat auch das Norbert-Gymnasium besucht und dort seine Frau kennengelernt. "Es gibt eine sehr enge, familiäre Beziehung zu Knechtsteden, die bleibt."
Darüber hinaus verbindet Hoffmann das Interesse an Knechtstedener Geschichte und Geist mit dem Ort. "Das NGK hat eine gewaltige Entwicklung genommen, wie das ganze Klostergelände in den vergangenen 30, 40 Jahren." Knechtsteden ist kein Museum, kein Stillleben. "Es ist ein 900 Jahre alter Ort mit Geschichte und großer Zukunft", sagt Hoffmann, der mit dieser Entwicklung zwei Männer verbindet, "die ich bewundere": Pater Hermann-Josef Reetz und Josef Zanders, den jetzt aus dem Amt geschiedenen Schulleiter des NGK.
Schon bald nachdem Hoffmann und seine Frau 1972 nach Stürzelberg gezogen waren, stieß er auf Knechtsteden. "Damals konnte man noch mit dem Auto durch das Torhaus fahren." Heute beruhigt der Fußweg durch die Lindenallee die Sinne des Besuchers, der dort, wo die Mauer den Blick auf die Basilika freigibt, ein Schild vorfindet. Es preist Knechtsteden als "Tankstelle für die Seele". "Das trifft es", sagt Hoffmann, der sich hier immer wieder mal für zehn, 15 Minuten zurückzieht und seine Gedanken schweifen lässt. Am liebsten auf dem Friedhof, wo ihn die Tafel mit den Sterbedaten und -orten der Patres fasziniert. "Sie finden die ganze Welt auf der Tafel", sagt Hoffmann und fügt leise hinzu: "Der Friedhof ist der Ort absoluter Stille." In der Basilika hört man gregorianische Gesänge, während man eine der Kostbarkeiten bewundert: das Fresko in der Westapsis mit Christus als "Pantokrator", als Alleinherrscher. Der mandelförmige Heiligenschein, die Mandoria, sagt: Christus ist der König der Welt. "Das sind Bilder, die man immer wieder sieht, wenn über Knechtsteden berichtet wird." Bilder, die auch Peter-Olaf Hoffmann immer wieder sehen mag. Bilder, die beruhigen. "Ich kann nur jedem empfehlen, der in einer Tretmühle steckt, einen solchen Ort zu finden."
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