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Dormagen: Wuppermetall: Klage gegen Kreis

VON JENS KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 11.03.2010 - 21:30

Dormagen (NGZ). Ein Jahr nach dem Großbrand bei Wuppermetall in St. Peter hat das Unternehmen (heute WMV) Klage gegen den Rhein-Kreis Neuss eingereicht. Die Behörde verbaue mit neuen Gutachten-Forderungen die Zukunft des Betriebs.

Info

Neuer Name: WMV

Inzwischen hat die seit 1962 als Metallkontor gegründete Wuppermetall umfirmiert. Unter dem Dach der Gesellschaft Kural firmiert der Industriestandort an der Edisonstraße seit dem 1. August 2009 unter WMR Recycling; der Wuppermetall-Standort an der Robert-Bosch-Straße heißt seit dem 1. November 2009 WMV.

Die Bilder der grellen Feuerwolken vor schwarzem Nachthimmel, die aus der "Betriebseinheit 11" der Aluminium-Recycling-Anlage von Wuppermetall schlugen, haben sich in das Gedächtnis gebrannt. Ein Jahr später wird auf dem Gelände an der Robert-Bosch-Straße nicht mehr gewerblich gearbeitet. Der Rhein-Kreis Neuss hatte den Betrieb nach dem Unfall auf Eis gelegt. Die Zukunft war lange fraglich, nachdem Insolvenzanwalt Horst Piepenburg das Unternehmen übernommen hatte. 41 der 64 Mitarbeiter mussten gehen. Inzwischen haben Boris Kurth und sein Bruder Gregor den Betrieb zurückgekauft und sind mit der Vertriebssparte wieder im Geschäft.

Jetzt hat die Nachfolgegesellschaft WMV den Rhein-Kreis Neuss vor dem Verwaltungsgericht verklagt. "Unsere Fachanwälte haben uns geraten, Klage gegen die mündliche Stilllegungsverfügung einzureichen", erklärt Kurth – "aus Gründen der Fristwahrung." Nach dem Schaden habe die damalige Wuppermetall ein Sicherheitskonzept vorgelegt, das einen so genannten konstruktiven Explosionsschutz für den einen Teil der Anlage fordere: das Mahlwerk. "Wir haben hier Anlagen, die nur Kunststoff oder Aluminium trennen oder sieben", so Kurth. Der Rhein-Kreis Neuss fordere immer neue Gutachten – auch für den ungefährlichen Teil. Kurth: "Wir haben das Gefühl, dass die uns gar nicht im Gewerbegebiet haben möchten."

Das gilt auf jeden Fall für einen Teil der Anwohner. Eine Bürgerinitiative klagt schon länger gegen die Bezirksregierung, die den Betrieb vor Jahren genehmigt hatte. "Drei Explosionen hat es in den vergangenen Jahren gegeben", sagt Burkhard Felsberg von der Initiative. Der Betrieb werde immer gefährlich bleiben.

Der Rhein-Kreis Neuss reagiert unterkühlt auf den WMV-Vorstoß: Bis heut liege dem Kreis keine Klagebegründung vor. Und weiter: "Die bis heute vorgelegten Explosionsschutz- und Brandschutzgutachten wurden von der zuständigen Feuerwehr, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, der Bezirksregierung Düsseldorf (Arbeitsschutz) und der Überwachungsbehörde Rhein-Kreis Neuss geprüft." Der sichere Betrieb der Produktionsanlagen sei nicht gewährleistet. Trotz mehrmaliger Aufforderungen habe die Firma WMV bis heute den sicheren Betrieb der Produktionsanlagen nicht nachweisen können.

Inzwischen denkt WMV über eine Verlagerung von Teilen den Produktion nach. Beim Schwesterbetrieb an der Edisonstraße sind noch 15 000 Quadratmeter Platz. Ob es eine Option wäre, das Unternehmen ganz zu verlagern? "Das", sagt Kurth, "wäre das das Aus für jeden Betrieb."

Quelle: NGZ

 
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