Dormagen (NGZ). Showdown im Stadtrat zur Beigeordnetenfrage. Das Zentrum kostete seinen Triumph voll aus. Fraktionsvorsitzender Hans -Joachim Woitzik schoss aber mit seinen Redebeiträgen über das Ziel hinaus und geriet an den Rand der Beleidigung des Bürgermeisters: "Gehen Sie richtig an die Arbeit und hören Sie auf zu lamentieren", waren Sprüche der harmloseren Art gegen Peter-Olaf Hoffmann.
Dennoch gab es ein sachliches Ergebnis: Der Bürgerentscheid wurde für zulässig erklärt, die Ratsentscheidung vom 1. Dezember zur Ausschreibung der Stelle, wird aufgehoben, und es wird kein neuer Beigeordneter bestellt.
Wie berichtet hatte die Jamaika-Koalition zu Beginn der Woche erklärt, auf die Besetzung der in der Hauptsatzung vorgesehenen zweiten Beigeordnetenstelle zu verzichten. Die vom Zentrum initiierte Unterschriftensammlung für den Bürgerentscheid hatte mehr als die erforderliche Stimmenzahl erreicht. Eine von der zweiköpfigen Fraktion der Rechtpopulisten Pro NRW eingebrachte Resolution gegen die Wahl eines Beigeordneten wurde von den übrigen Ratsmitgliedern abgelehnt.
Für die CDU begründete stellvertretender Fraktionsvorsitzender Norbert Dahmen noch einmal die Notwendigkeit der Entlastung der Stadtspitze. Er erinnerte auch an die Zeiten, als unter Zentrums-Mitverantwortung die damals kleinere Stadt Dormagen vier Wahlbeamte plus zwei Dezernenten beschäftigte. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann und Erster Beigeordneter Ulrich Cyprian seien an der Grenze der Belastbarkeit angelangt. Dahmen und die Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grüne zeigte sich überzeugt davon, dass der Bürgerentscheid letztlich keinen Erfolg gehabt hätte. Woitzik dagegen feierte den Beschluss als "überzeugenden Sieg der Bürger".
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.