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Dormagen: "Zons ist nicht Schloss Dyck"

VON HEIKO SCHMITZ UND MARCUS HAMMES - zuletzt aktualisiert: 19.11.2010 - 21:14

Dormagen (NGZ). Beim "NGZ mobil" in der Zonser Altstadt reagierten die Bürger empört auf die Pläne des Rhein-Kreises Neuss, das Schlossgelände künftig nur noch gegen Eintritt übers Kreismuseum zugänglich zu machen.

Friedhelm Horn, Josi Heinrichs, Karin Güttler, Karin Hermanns (v.l.) und viele andere nahmen Stellung gegenüber NGZ-Redaktionsmitglied Marcus Hammes (li.).  Foto: NGZ
Friedhelm Horn, Josi Heinrichs, Karin Güttler, Karin Hermanns (v.l.) und viele andere nahmen Stellung gegenüber NGZ-Redaktionsmitglied Marcus Hammes (li.). Foto: NGZ

Die Bürger lehnen die Pläne des Rhein-Kreises Neuss ab. Das wurde am Freitag am NGZ-Mobil in der Zonser Altstadt deutlich. "Zons ist nicht Schloss Dyck. Das ehemalige Burggelände ist nicht mit den weitläufigen Parkanlagen vergleichbar", sagt Stadtführer Hermann Kienle stellvertretend für viele. Der Plan des Kreises, für den Schlosshof Eintritt zu erheben, stößt auf breite Ablehnung. Inklusive Museum wären fünf Euro fällig – von Ausnahmen abgesehen auch von den Zonsern. "Wir haben schon als Kinder auf dem Hof gespielt", meint Karin Hermanns. "Das Schloss ist unser Schloss", betont Heinz Libertus. "Und es muss für die Allgemeinheit offen bleiben."

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Zum Hintergrund

Der Kreis baut für 1,2 Millionen Euro das Gelände der Burg Friedestrom um. Vor dem Kreismuseum entsteht ein begrünter Platz.

Der Schlosshof soll nicht mehr frei zugänglich sein. Der Museumseintritt wird auf fünf Euro erhöht und schließt den Hof ein.

Dass der Park verschönert worden ist, stößt bei vielen auf Zustimmung, etwa bei Norbert Noll. "Das Gelände sollte trotzdem frei zugänglich bleiben. In Knechtsteden erhebt ja auch niemand Eintritt", sagt er. Andere sehen die Umgestaltung skeptischer. Das Gelände sei über Jahre vernachlässigt worden. "Auch mit dem teuren Umbau hat sich nicht viel verändert", mahnt Karin Hermanns. "Was gibt es dort zu sehen, was einen hohen Eintritt rechtfertigt?", fragt Dieter Prosch. "Das gibt die Anlage nicht her", findet auch Rolf Dieter Gleich. Karin Güttler fasst zusammen: "Das ist ein Schlossgelände und kein Park. Wenn Eintritt genommen wird, wird die Steinwüste ein Flop." Hermann Kienle meint: "Man hätte über den frei zugänglichen Hof für das Museum werben können", erklärt er. So beschreite der Kreis den falschen Weg. "In Köln käme auch keiner auf die Idee, plötzlich Geld für die Flora zu verlangen."

Für die Zonser gehört das Schlossgelände zur Altstadt, wie Harald Krumbein betont. "Wenn man es schon schön macht, sollte man es auch jedem Touristen zeigen." Er ärgert sich darüber, dass in den Kreis-Plänen keine Kompromissvorschläge berücksichtigt worden seien. "Der Kreis will sich gegenüber der Stadt abschotten." Gegen die Pläne spreche auch die Idee, Besucher künftig von der Mühle aus auf den Mauern bis in den Schlosshof spazieren zu lassen. "Das geht nur, wenn das Gelände offen bleibt." Den Eintritt lehnen alle ab. "Es kann nicht sein, dass der Kreis sein defizitäres Museum über den Schlosshof finanziert", sagt Angelika Dappen. Helga und Helmut Scholten hören immer wieder, dass "schon drei Euro zu viel" seien, zumal viele Besucher nur den Park sehen wollten. Scholtens gehen mit jedem Besuch dorthin – "und jetzt wollen sie uns ein Fünftel der Altstadt wegnehmen".

Der ehemalige Landtagsabgeordnete Karl Kress ist sicher, dass "das Thema noch nicht beschlossen ist". Am Mittwoch werde sich der städtische Kulturausschuss damit beschäftigen. Kreistagsmitglied Sabine Prosch meint: "Uns liegen zahlreiche Argumente Zonser Vereine vor, die wir nun beraten", sagt sie. "Wir wollen auch keinen Eintritt für das Gelände", erklärte das Mitglied des Kreiskulturausschusses.

Quelle: NGZ


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