Grundstückspreise in Dormagen (NGZ). Einige Bauherren in Zons-West zahlten deutlich höhere Grundstückspreise als ihre Nachbarn. Für mögliche Ausgleichszahlungen wurden sie vertröstet bis wieder Geld da ist. Diese Situation ist jetzt gekommen.
Zons Der Stachel sitzt tief. Verbitterung, Wut, Enttäuschung herrscht immer noch bei einigen Bürgern im Märchenviertel, wie das Baugebiet Zons-West jetzt heißt. Und einige haben ein langes Gedächtnis.
So auch Johannes Marx, der zusammen mit Sohn und Tochter ein Doppelhaus dort baute. „Uns war damals gesagt worden, dass das Thema der Ausgleichzahlungen wieder aufgerufen wird, wenn wieder Geld da ist und die Stadt die Haushaltssicherung verlassen hat.“ Diesen Zeitpunkt sieht er jetzt gekommen.
Rückblende: In Zons-West war es 2004 zu einem regelrechten Preiskrieg gekommen. Einige Bürger hatte in den ersten Bauabschnitten Preise von 311 und mehr Euro pro Quadratmeter bezahlt. Dann stockte die Vermarktung.
Zons-West
Das Baugebiet Zons-West, heute Märchenviertel, umfasst drei Bauabschnitte. Es ist das erste größere Baugebiet, das seit Jahrzehnten in Zons aufgelegt worden war.
Die Grundstücke waren zunächst in einem ersten Schritt Zonsern angeboten worden, die bauen wollten, später dann bauwilligen Dormagener Familien, schließlich allgemein. Durch dieses Vorgehen haben vor allem Zonser die höheren Preise zahlen müssen.
Am 16. Dezember 2004 senkte der Stadtrat die Quadratmeterpreise auf 275 Euro. Bürgermeister Heinz Hilgers (SPD) hatte mit der Senkung im Wahlkampf geworben.
Das führte zu der ärgerlichen Situation, dass unmittelbare Nachbarn einer Doppelhaushälfte fast 12 000 Euro unterschiedliche Preise zahlten. Manche mussten über 20 000 Euro mehr berappen - je nachdem, wann sie den Notartermin hatten. Einige wenige Kaufinteressenten waren angeblich informiert worden, andere nicht.
Politisch schlug das Thema in der ersten Phase nach der Kommunalwahl 2004 hohe Wellen. Sogar der Petitionsausschuss des Landtags befasste sich mit dem Thema. Und rügte den Bürgermeister.
Tenor: Mit der Preissenkung werden Einnahmen von rund 185 000 Euro in der Phase der Haushaltssicherung nicht abgerufen. Das Ende damals war unbefriedigend - es gab noch keine Große Koalition. Die damalige CDU-Opposition drang darauf, eine befriedigende Lösung der Ausgleichsfrage zu erreichen. Doch die bunte Mehrheit unter Führung der SPD lehnte das ab.
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