Dormagen (NGZ). Cornelia Bethan entwirft und näht Teddys. Mehr als 60 der kuscheligen Tiere hat sie in den letzten Jahren hergestellt – bislang trennt sie sich nur ungern von ihren Bären, irgendwann will sie aber auch ausstellen und verkaufen.
Mit "Madämchen" hat alles angefangen. Die extravagante Bärendame aus Neuseeland hatte es Cornelia Bethan einfach angetan, als sie sich vor rund fünf Jahren auf einer Teddy-Messe umsah. Doch ein solcher Bär kostet schnell 200 bis 300 Euro – "da hab ich mir gedacht, was die können, kann ich bestimmt auch", erinnert sich die Zonserin, wie sie zu ihrem Hobby kam.
Heute finden sich in ihrem Haus mehr als 60 selbst genähte Teddys. Zuerst versuchte sich Cornelia Bethan an Schnittmustern aus Bären-Zeitschriften oder ganzen Bastelsets, suchte sich Hilfe bei erfahrenen Bärenmachern. Und dann war sie fertig, die erste Bärin: Ludmilla, eine pinkfarbene Balletttänzerin. Bald entwarf Cornelia Bethan ihren eigenen Schnitt – gar nicht so einfach, wie die 56-Jährige erläutert: "Am schwierigsten sind anfangs die Proportionen." Mittlerweile hat sie "ihren" Bärentyp gefunden, ein rundlicher Kopf mit freundlichem Gesicht ist charakteristisch für die Bären von Nelyteddy – das ist der Bärenname von Cornelia Bethan, unter dem sie einen eigenen Blog pflegt und in Internet-Foren aktiv ist.
Mohair
Was? Als Mohair werden die Haare der Angoraziege bezeichnet. Diese Naturfaser ist die leichteste Textilfaser und somit sehr gefragt. Begriff Der Ausdruck "Mohair" kommt aus dem persischen und bedeutet soviel wie "Stoff aus Haaren".
Verwendung Außer für Teddybären (als Mohair-Plüsch) wird es für die Herstellung von Wolle oder von Puppenperücken verwendet
Meist verwendet sie statt einfachem Plüsch Mohair. "Das kaufe ich auf den Messen", sagt die Zonserin. Gefüllt wird mit Schafwolle oder Synthetik, manchmal auch mit Granulat, etwa für Arme und Beine, damit diese besser fallen. Wenn der Kopf geformt ist, werden Augen eingezogen und die Nase gestrickt. Bis so ein Teddy fertig ist, braucht es schon gut 20 Stunden.
Doch Nadel und Faden nimmt die 56-Jährige auch nur zur Hand, wenn ihr der Sinn danach steht: "Wenn ich keine Lust habe, dann wird das auch nichts." Irgendwann will Nelyteddy ihre Bären auch auf Ausstellungen präsentieren und sie verkaufen. "Meine Räumlichkeiten stoßen ja auch an ihre Grenzen", sagt sie lachend. "Ich trenne mich nur sehr schwer von ihnen", gibt die Verwaltungsangestellte zu. "Zu besonderen Anlässen verschenke ich schon mal einen. Aber das muss mir dann von vornherein klar sein." Alle ihre Teddys haben einen Namen. Da sind Fenja und Hinnack, das Matrosenpärchen, oder das kleine Bärchen Klärchen. Jeanette ist Cornelia Bethans Lieblingsbär. "Das war der erste Bär mit dem ich so richtig zufrieden war", sagt sie mit Blick auf die schicke Bärendame aus Mohair mit Seide, die ihren Kopf keck zur Seite neigt.
Die Teddybären-Szene sei gar nicht so klein, sagt Cornelia Bethan. Mehrere Fachzeitschriften, Messen und Bärenmacher-Kreise gebe es. Auch im Rhein-Kreis treffen sich regelmäßig Gleichgesinnte, um sich auszutauschen, zusammen zu nähen, "aber auch um zu quatschen", fügt Cornelia Bethan hinzu. Woher ihr Faible für die Bären kommt? "Ich mochte schon als Kind lieber Teddys als Puppen. Vielleicht daher", vermutet Cornelia Bethan.
Bei den Bären ist es übrigens nicht geblieben. Längst schmücken die Fensterbänke und Kommoden auch Schnecken, Hunde, Elefanten – und gerade jetzt zur Osterzeit – Häschen. Einen Traum will sie sich irgendwann noch erfüllen: einen naturalistischen Vierfüßer, also einen lebensechten Braun- oder Eisbär, machen.
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