Ein kleines, uriges Fachwerkhaus verwandelt sich in wenigen Wochen wieder in eine Bühne. Am 27. April beginnt im Galerie-Theater Zons die neue Spielzeit. Regisseur und Organisator Hans-Willi Schmidt hat erneut ein abwechslungsreiches Programm mit Theater und Liedern zusammengestellt. "Der Kartenvorverkauf ist sehr gut angelaufen", freut sich auch Jorgos Flambuaris von City-Buchhandlung, die den gesamten Vorverkauf abwickelt. "Nicht nur aus Dormagen, sondern auch aus Neuss und Köln, kommen die Zuchauer nach Zons." Auf der Bühne im Galerie-Theater Zons wird wieder gespielt. NGZ-Fotos: H. Jazyk
Eigentlich wollte Hans-Willi Schmidt ja die Textbücher im Schrank liegen lassen. Im Juni hatte er die letzte Vorstellung im - nach seinen Worten - "kleinsten Theater Europas" angekündigt. 1992 hatte er den Spielbetrieb an der Wendelstraße 1-3 aufgenommen, 2000 sollte der letzte Vorhang fallen. "Doch ich bin wieder schwach geworden", meint Schmidt mit einem Lächeln. "Fast jede Woche haben mich Leute auf die nächste Vorstellung angesprochen. Ursprünglich hatte der Theatermann geplant, das Fachwerkhaus wieder seiner eigentlichen Bestimmung zuzuführen und es zum Wohnen zu nutzen. "Doch da meine Frau nicht nach Zons ziehen wollte, hätte die Landwohnung leer gestanden. Und so gibt es statt Leerstand wohl wieder ein volles Haus im Galerie-Theater.
"Der Vorverkauf hat bereits begonnen und die Nachfrage ist sehr groß", weiß Jorgos Flambuaria von der City-Buchhandlung zu berichten. Das Rezept von Hans-Willi Schmitz - Theater mit Anspruch und Witz auf kleinsten Raum - hat sich bewährt. "Hier sind die Zuschauer so nah wie selten am Geschehen. Hinzu kommt die besondere Atmosphäre des Fachwerkhauses", so Schmidt. Bis zu 27 Leuten finden bei Aufführungen im unteren Stockwerk Platz. Je nach Stück wird auch die Einrichtung integriert. So spielt die Wendeltreppe in der rasanten Inszenierung der "Offenen Zweierbeziehung" eine wichtige Rolle. Mit diesem Boulevardstück von Franca Rame und Dario Fo um Beziehungen im Spannungsfeld von Liebe, Lügen und Leiden wird die Saison im Galerie-Theater am Freitag, 27. April, wie stets um 20 Uhr eröffnet. Weitere Termine: 28. April, 11. und 13. Mai, 15. und 16. Juni.
Wie die Freundschaft dreier Männer beim Betrachten eines Kunstwerks (weiße Farbe auf weißem Grund) aus den Fugen gerät, erzählt Yasmina Reza in ihrer Komödie "Kunst" am 29. April, 27. Mai, 17. und 24..Juni. Eine Premiere gilt es mit den beiden Einaktern von Claus Goertz "Lohengrin" und "Der Hund im Hirn" am 18. Mai zu feiern. Weitere Vorstellungen der überraschenden und spannenden Handlungen mit spitzzüngigen Dialogen sind am 19. Mai, 30. Juni und 1. Juli geplant. Der chilenische Gitarrist Javier Zapata wiederholt seine Auftritte im Galerie-Theater.
Klassische und lateinamerikanische Musik wird er am 20. Mai spielen. Nochmals Javier Zapata, diesmal begleitet von der Mezzosopranistin Christina Contreras, bei einem "Liederabend der besonderen Art". Am 25. Mai werden Kompositionen aus Deutschland, Spanien und Lateinamerika vorgestellt. Auf eine "amüsante Sternstunde des kleinen Mannes" können sich die Zuschauer am 26. Mai freuen. Dann wird "Die Sternstunde des Josef Bieder" von Eberhard Streul auf die Bühne gebracht. Ein Theaterabend von und mit Beate Sarrazin ist am 8. Juni geplant.
"Der Anzug", eine tragische Komödie aus einem südafrikanischen Township, und "In diesem Dorf gibt es keine Diebe", eine Theaterstück von Gabriel Marquez, wird mit Klavierbegleitung von Dirk Thomas vorgestellt. Gleich zwei Mal, am 9. und am 10. Juni, ist "Die Macht der Gewohnheit", eine schwarze Komödie von Thomas Bernhard in Zons geplant. Wie sich das Ensemble des Galerie-Theaters auf fremden Bühnenbrettern bewegt, ist am 23. Juni zu sehen. Dann wird im "Museum Tuppenhof" in Kaarst "Das Orchester" von Jean Anouith gezeigt. Kartenreservierung ist nur in der Dormagener City-Buchhandlung, Marktstraße 1, Rufnummer 02133/470014 möglich.
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