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Grevenbroich: 70 Millionen fürs Kraftwerk

VON DANIELA BUSCHKAMP - zuletzt aktualisiert: 16.07.2010 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). RWE Power hat in eine neue Wasseraufbereitungsanlage in Niederaußem investiert. Dort wird auch Wasser für die Blöcke von BoA 2/3 Neurath aufbereitet. Mit einer neuen Methode kann effizienter gearbeitet werden.

Wasserdampf aus den Kraftwerkstürmen: RWE investierte rund 70 Millionen Euro in eine neue Anlage zur effizienteren Wasseraufbereitun.  Foto:  L. Berns
Wasserdampf aus den Kraftwerkstürmen: RWE investierte rund 70 Millionen Euro in eine neue Anlage zur effizienteren Wasseraufbereitun. Foto: L. Berns

Neurath/Niederaussem Testphase erfolgreich beendet: Seit kurzem läuft die neue Entcarbonisierungsanlage (Investitionskosten: rund 70 Millionen Euro) im Kraftwerk Niederaußem im Alltagsbetrieb. Hier wird das Wasser für einige Kraftwerke – darunter die Blöcke der BoA 2/3 aus Neurath – aufbereitet. Danach wird es, nach verschiedenen Prozessen innerhalb des Kraftwerks, in den Gillbach geleitet. Warum Wasser in einem Kraftwerk unverzichtbar ist, lesen Sie im vierten Teil der NGZ-Serie "Wasserwelten".

Die imposanten Dampfschwaden, die aus den Kühltürmen des Kraftwerks emporsteigen, zeigen es: Ohne Wasser könnte die Braunkohle nicht in (elektrische) Energie umgewandelt werden. Um ein Megawatt Strom zu gewinnen, müssen zwei Tonnen Wasser eingesetzt werden. Zur Einordnung: Für 1000 Watt, die man etwa für einen elektrischen Fön benötigt, werden zwei Liter Wasser gebraucht. "Wasser wird in zwei unterschiedlichen Kreisläufen verwendet: Zum einen in einem äußeren Kreislauf, den man an den Kühlturmschwaden erkennen kann. Zum anderen in einem inneren Kreislauf, in dem vollentsalztes Wasser verwendet wird", erläutert Christoph van Eyk, Beauftragter für Gewässerschutz im RWE-Kraftwerk Niederaußem.

Info

Wasseraufbereitung

Reststoffe Der entstehende Schlamm wird in der Entschwefelungsanlage verwendet, um dort die Mengen an Kalk zu reduzieren.

Eisvogel Das eingeleitete Wasser sorgt für eine Erwärmung des Gillbachs. Der Fischbestand wächst, mit dem sich der unter Artenschutz stehende Eisvogel ernährt. Zwei Pärchen nisten dort.

Woher kommt das Wasser für das Kraftwerk? Verwendet wird Sümpfungswasser aus dem Tagebau Hambach. Da dort die Kohle aus bis zu 440 Meter Tiefe gefördert wird, muss das Grundwasser bis in diese Region abgesenkt werden.

Gibt es Probleme bei einer Hitzewelle? "Anders als in Kraftwerken, die ihr Kühlwasser aus Flüssen beziehen, werden wir von hohen Temperaturen kaum tangiert", erklärt van Eyk. Diese Kraftwerke müssten ihre Leistung drosseln, wenn das Flusswasser zu warm werde. Anders das Wasser aus der Tiefe des Tagebaus: "Die Temperatur liegt fast konstant bei 24 Grad."

Warum muss das Wasser gereinigt werden? Jeder kennt es vom Bügeleisen: Es verkalkt, wenn Leitungswasser benutzt wird. Dies gilt auch für die Rohre im Dampferzeugers im Kraftwerk: "Kalkablagerungen im 2300 Kilometer langen Leitungssystem, das der BoA-Block im Dampferzeuger hat, könnten Probleme an den Leitungen verursachen", sagt der Experte. Deshalb werde das Wasser in mehreren Stufen von störenden Stoffen befreit.

Was passiert bei der Wasseraufbereitung? Bei der neuen langsamen Entcarbonisierung werden einige Chemikalien stufenweise eingesetzt, um störende Inhaltsstoffe weitgehend zu entfernen und das Wasser zu enthärten. Zurück bleibt – über einer Schlammschicht – das reine Wasser in großen Sammelbecken. Der Vorteil der neuen Anlage: Sie kann – anders als ihre Vorgängerin – auch Wasser mit den aktuellen Eigenschaften (etwa höhere Temperatur) aufbereiten.

Quelle: NGZ


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