Grevenbroich: Eine Brücke zwischen den Welten
Südstadt (Ros) „Es war die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt.“ Mit diesen Worten maß NGZ-Redakteurin Ruth Wiedner die Bedeutung der Institution, die sie seit über 16 Jahren als Vorsitzende prägt. Gerichtet war ihre Einschätzung an Dr. Arne Brosig, der als „Gründervater“ des Grevenbroicher Patienten-Clubs vor 20 Jahren die entscheidenden Impulse gab. Bei der 15. Weihnachtsfeier in der GOT wurde deutlich, warum diese Institution auch nach zwei Jahrzehnten so lebendig ist.
Es ist das Motto, dass die Vereinsarbeit des neuro-psychiatrischen Treffpunkts dynamisch gestaltet. „Patienten für Patienten, Gesunde und Kranke, Behinderte und Nichtbehinderte - im Patienten-Club verschwinden diese Grenzen“, erklärt Ruth Wiedner. Sie bedankte sich bei Patienten-Sprecher Lambert Vidal stellvertretend für diejenigen, die den Verein seit Jahren ehrenamtlich unterstützen.
Der Verein als Brücke zwischen den Welten - dass dieses Konzept so funktioniert, zeigte sich bei der Weihnachtsfeier. Denn es gab „lebendige“ Beispiele dafür, dass Brosigs Idee funktioniert. Unter anderem bei Odo Cullmann und Andreas Kaufmann - beide Mitglieder des Patienten-Clubs. Während Letzterer am Keyboard begeisterte, trieb Cullmann den rund 150 Gästen die Tränen in die Augen. Seine markante Stimme sorgte für den emotionalen „Ohrenschmaus“ - das gut bestückte Kuchenbuffet für den kulinarischen.
Seine Interpretation des Louis-Armstrong-Klassikers „A Wonderful World“ war eindeutig das Glanzlicht der Feier. Für weihnachtliches Flair sorgte die 19-jährige Janina el Arguioui. Sie sang bekannte Weihnachtslieder und stimmte damit alle auf das anstehende Fest ein. Internationales gab’s auch: Johanna Hanstede (10) sang ebenfalls Weihnachtslieder - allerdings auf niederländisch.
Eine Brücke zwischen den Welten baute auch die Theatergruppe des Patienten-Clubs Hürth, in der sich ausschließlich Psychotiker engagieren. Sie stellten eine Weihnachtsgeschichte der besonderen Art dar und erinnerten so an die grundlegende Funktion des Weihnachtsfestes als Familienfeier - auch wenn für viele „Außenseiter“ Weihnachten zum Fest der einsamen Herzen geworden ist. Ein Thema, das viele Anwesende aufgrund persönlicher Erfahrungen ansprach.
Die Glehner Autorin Marianne Förster betrachtete den Heiligabend mit ihrer Kurzgeschichte „Erbtante Anna“ dagegen aus humorvoll-ironischer Perspektive - und sorgte damit für ausgelassene Stimmung bei einer Feier mit ernstem Hintergrund.
Am Freitag in der NGZ: Porträt Johanna Hanstede






















