Grevenbroich: Spinnenexperte gibt Entwarnung

zuletzt aktualisiert: 08.08.2006 - 21:30

Grevenbroich (NGZ) Grevenbroich (jn) Schön anzusehen sind die winzigen Spinnen nicht, die derzeit im Einmachglas im Schneckenhaus unter Aufsicht von Norbert Wolf krabbeln.

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Info Die Spinnen können zur Bestimmung an Dr. Martin Kreuels, Alexander-Hammer-Weg 9, 48161 Münster, geschickt werden.

Seit Montag rätseln der Umweltexperte und Wilhelm Bauer aus Hoisten, der die Tiere nahe seines Schwimmbeckens gefunden hat, ob es sich dabei um bissige Giftspinnen namens Dornfinger handelt (die NGZ berichtete).

Um diese Frage endgültig zu klären, haben sie den Spinnenexperten Dr. Martin Kreuels aus Münster eingeschaltet. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft „Spinnen NRW“ gab am Dienatg Entwarnung: „Es ist die Rote Sechsaugenspinne, ein Spezialist für Kellerasseln und Insekten. und nicht der Dornfinger“, berichtet Kreuels.

Dafür spricht, so der Spinnenspezialist, vor allem die Färbung des Körpers. „Die giftige Art besitzt einen grünen Hinter- und einen orangefarbenen Vorderleib. Da es sich bei der Roten Sechsaugespinne um ein unauffälliges Tier handelt, das eher versteckt lebt, ist es nur wenigen Menschen bekannt.

 Es kann daher oft nicht richtig bestimmt werden“, erklärt der Experte. Das rote Exemplar, das einer anderen Spinnenfamilie entstammt als der Dornfinger, ist ein so genannter Gesundheitspolizist. „Die Spinne lebt im Garten und kann einem leicht bei der Arbeit in Büschen und Bäumen begegnen. Beißen tut sie jedoch nur Kellerasseln“, sagt Martin Kreuels. „In unserer Region ist die Art längst keine unbekannte mehr.“

Den Dornfinger, so die Einschätzung des Experten, sollten heimische Gärtner jedoch im Auge behalten, wenn er sich im hohen, trockenen Gras tummelt, „denn die Meldungen über die bissige Giftspinne häufen sich auch bei uns in NRW. Die Symptome nach einem Biss beschreibt er wie folgt: Schmerzen an der Wunde, verstärktes Herzklopfen und Pulsrasen. „Die Betroffenen müssen häufig im Krankenhaus mit Antihistaminen behandelt werden“, berichtet der Spinnenspezialist.

 Um Zweifel ausschließen zu können, ob es sicht tatsächlich um einen Dornfinger handelt, empfiehlt Martin Kreuels, das Tier nach einem Biss einzufangen. „Das ist nicht immer einfach, dient aber der Gewissheit“, sagt der Experte. „Es können auch nur noch Fragmente eines zerschlagenen Körpers sein, die ich für die Betroffenen unter die Lupe nehme.“

Der Spezialist rät zu folgender Soforthilfe: „Mit dem Mund oder einer leeren Spritze, die es beim Hausarzt gibt, die Wunde komplett auszusaugen. Wichtig ist, dass das Gift entfernt wird, bevor das Gewebe reagieren kann. Dann sollte ein Eisbeutel auf die Bissstelle gelegt werden.“

Quelle: NGZ

 
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