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Grevenbroich: Windtest checkt Weltneuheit

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 18.11.2008 - 21:30

Grevenbroich (NGZ) Frimmersdorf Es ist eine gewaltige Anlage, höher als der Kölner Dom, die derzeit bei Frimmersdorf entsteht. Nachdem erst vor wenigen Wochen 100 Lastwagenladungen Beton in das Fundament gegossen wurden, wächst der neueste Prototyp auf dem Windtestfeld stetig in den mit Kraftwerksschwaden geschwängerten Himmel.

Auf der Frimmersdorfer Höhe entsteht die weltweit erste Windkraftanlage mit Hybridturm. Der Prototyp der niederländischen Firma „Advanced Tower Systems“ wird von der Windtest-Gesellschaft gecheckt.Foto: M. Reuter

Wenn er spätestens in einem Monat ans Netz geht, wird er mit einer Nabenhöhe von 133 Metern weltweit einer der größten seiner Art sein. Und das ist nicht das einzige Superlativ. Rund um den Globus ist die „Windmühle“ die einzige, die auf Hybridturm-Technik setzt. „Und das ist eine Innovation auf dem Markt“, weiß Monika Kraemer, Geschäftsführerin der Grevenbroicher Windtest.

Höhere Rotoren bringen höhere Energieerträge. Diese Faustregel stellt die Windkraft-Industrie vor ein Riesenproblem. Denn wer hoch hinaus will, braucht entsprechend dimensionierte Masten, die vom Hersteller zum Zielort gebracht werden. „Dieser Transport muss über die Straßen gehen - er ist dort aber an seine Grenzen gestoßen. Die einzelnen Bauteile der herkömmlichen Stahlrohr-Türme sind so groß, dass sie nicht mehr unter Brücken passen“, erklärt Kraemer.

Info
Technische Daten

Nabenhöhe 133 Meter
Gesamthöhe 180 Meter
Turmaufbau 76,5 Meter Beton und 55 Meter Stahl
Maschinenhaus Siemens SWP 2,3 Megawatt
Rotordurchmesser 93 Meter

Die Ingenieure von „Advanced Tower Systems“ (ATS) reagieren auf dieses Problem jetzt mit einer Weltneuheit: „Wir haben einen Turm entwickelt, der im unteren Bereich aus hohen, schmalen Betonfertigteilen und im obersten Segment aus konventionellen Stahlrohrelementen besteht“, erläutert ATS-Geschäftsführer Frans Brughuis.

Der Vorteil: Die kompakten Betonteile lassen sich ohne Aufwand mit einem Schwertransporter selbst in unwegsames Gelände transportieren und dort innerhalb von drei Wochen montieren. „Damit wird der Bau von größeren Anlagen möglich“, betont Brughuis. Und das bedeutet mehr Ausbeute: „Gegenüber der weit verbreiteten Nabenhöhe von 100 Metern bringen uns die zusätzlichen 33 Meter einen etwa 20 Prozent höheren Energieertrag“, schätzt ATS-Manager Johannes Bietz.

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der Neuß-Grevenbroicher Zeitung.


Quelle: NGZ

 
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