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Grevenbroich: Abrisspläne auf Friedhöfen

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 10.09.2010

Grevenbroich (NGZ). Der Glockenturm auf dem Gustorfer Friedhof hat Risse, ein Teil der Trauerhalle in Elsen ist abgesackt. Experten raten zum Abriss der Gebäude. Was sonst noch auf den Grevenbroicher Friedhöfen im Argen liegt.

Der Glockenturm vor der Gustorfer Trauerhalle ist marode. Die Stadt empfiehlt den Abriss des markanten Pfeilers auf dem Friedhof.   Foto:  L. Berns
Der Glockenturm vor der Gustorfer Trauerhalle ist marode. Die Stadt empfiehlt den Abriss des markanten Pfeilers auf dem Friedhof. Foto: L. Berns

Der Glockenturm auf dem Gustorfer Friedhof hat schon bessere Zeiten gesehen: Der Beton bröckelt, es haben sich Risse gebildet. Die Stadt empfiehlt, das Bauwerk abzureißen. "Denn die Kosten für den Abbruch (7500 Euro) sind voraussichtlich niedriger als die einer Sanierung", meint Peter Mühlenbruch vom Grünflächenamt mit Blick auf die schlechte städtische Haushaltslage. Trotz der Finanznot: Es hängen auch Emotionen an diesem Turm. "Er gehört zum Friedhof und sollte erhalten bleiben. Notfalls mit Hilfe einer Spendenaktion", meint Ewald Wörmann, Vorsitzender der örtlichen CDU.

Der Gustorfer Turm ist nicht das einzige Sanierungsprojekt auf den heimischen Friedhöfen. Die Stadt muss etwa 132 000 Euro investieren, damit nicht auch die Trauerhallen bald vor dem Abriss stehen. Planungsdezernent Werner Hoffmann legte dem Umweltausschuss jetzt eine Prioritätenliste mit den wichtigsten Vorhaben auf den Tisch – und er machte klar: "Hierbei geht es nicht um Kosmetik, sondern um Substanzerhaltung."

Info

Sanierungs-Fahrplan

2011 Trauerhallen Elsen (Fenster), Grevenbroich (Kühlzelle, Heizung), Wevelinghoven (Dach, Oberlichter) und Neuenhausen (Dach, Feuchtigkeit).

2012 Gustorf (Türen, Fenster), Frimmersdorf (Dach), Neukirchen (Fugen, Regenfallrohre).

2013 Neurath (neue Heizung), Hülchrath (Betonsanierung, undichte Glasbausteinwand).

Bei den Hallen in Elsen, Grevenbroich, Wevelinghoven und Neuenhausen müssen Dächer saniert, Fenster erneuert und Feuchtigkeitsschäden behoben werden. Nach den Berechnungen der Stadt wird dies mit rund 84 000 Euro zu Buche schlagen; das Geld soll im Haushalt 2011 bereitgestellt werden. Ein zusätzliches Problem: Ein Statiker hat Senkungsschäden in einem Anbau der Elsener Trauerhalle festgestellt – und zwar dort, wo sich die Wirtschaftsräume und die Toiletten befinden. "Da sich schon relativ große Risse gebildet haben, empfiehlt der Experte, diesen Trakt abzureißen", erläutert Peter Mühlenbruch. Die Kosten für einen etwaigen Neu- oder Anbau sind noch nicht berechnet worden.

Für das Jahr 2012 hat die Stadtverwaltung die Sanierung der Trauerhallen in Gustorf, Frimmersdorf und Neukirchen vorgeschlagen – ein Kostenfaktor von immerhin rund 22 300 Euro. Für den Etat 2013 soll dann die Instandsetzung der Trauerhallen in Neurath und Hülchrath eingeplant werden. Beschlossen ist dieser Fahrplan jedoch noch nicht, die Fraktionen wollen darüber im Rahmen ihrer Haushaltsberatungen diskutieren.

Dabei soll auch die Kapellener Trauerhalle zur Sprache kommen. "Dort passt nur ein Sarg rein, die Trauernden stehen im Regen", betonte Ausschussvorsitzender Uwe Schmitz (FDP): "Über diese Situation haben sich schon viele Kapellener beschwert." Vor der nächsten Sitzung des Gremiums wollen sich die Politiker das Problem vor Ort ansehen. Der örtliche FDP-Ratsherr Karl-Heinz Wolff zweifelt jedoch daran, dass die Stadt das Geld für eine neue Halle habe. Sein Vorschlag: "Der Bereich vor dem Gebäude könnte mit Plexiglas überdacht werden. Damit wäre den Kapellenern schon geholfen."

Quelle: NGZ


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