Grevenbroich (NGZ). Wer samstags in Grevenbroich einkaufen will, muss die stark variierenden Ladenschlusszeiten der Geschäfte kennen und im Kopf haben. Ein Problem, das auch der Werbering erkannt hat und lösen will.
Wenn am Samstag jemand in der Grevenbroicher City einkaufen will, bleibt es oft bei dem Wunsch, denn: "Die Öffnungszeiten der Läden sind sehr unterschiedlich. Oft stehe ich vor einer geschlossenen Tür", sagt eine Grevenbroicherin. Dann hat sie zwei Möglichkeiten: Nichts einzukaufen oder in eine andere Stadt zu fahren.
Woanders einkaufen – genau das tun enttäuschte Verbraucher, wenn sie einmal nicht in Grevenbroich in den Laden kommen, weiß auch Waltraud Loosen, Geschäftsführerin des rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes: "Der Kunde, der einmal vor einer geschlossenen Tür steht, kommt nicht wieder." Auch Fred Schlangen, der Vorsitzende des Grevenbroicher Werberings, sieht beim Blick auf die Ladenöffnungszeiten am Samstag "Handlungsbedarf": "Gerade am Samstag fransen die Öffnungszeiten aus. In Grevenbroich wäre mehr Einheitlichkeit wünschenswert – besonders für die Kunden."
"Wir müssen draußen bleiben" – diese Erfahrung ist an Samstagen kein Einzelfall. Beim Flanieren durch die Fußgängerzone sind die Öffnungszeiten so vielfältig wie das Sortiment: Der Fahrradladen schließt um 14 Uhr, Hüte und Accessoires können bis 15 Uhr gekauft werden, Bücher sogar bis 17 Uhr.
Verständlich werden die differierenden Zeiten, wenn man die Struktur der Geschäfte berücksichtigt, erläutert Waltraud Loosen: "Das ist ein typisches Phänomen für ein Mittelzentrum wie Grevenbroich. Gerade in Läden, in denen der Inhaber noch an der Kasse steht, stellt man Kosten und Einnahmen gegenüber.
Längst lohnt sich der Aufwand, eine Stunde am Samstag länger zu öffnen, nicht immer." Entscheidend für den unternehmerischen Erfolg sei neben der Branche auch das Alter der Käufer. "Gerade junge Menschen schätzen lange Ladenöffnungszeiten am Samstag", so die Erfahrung von Loosen.
Eine Erfahrung, die auch Fred Schlangen für Grevenbroich nur bestätigen kann. "Je nach Branche werden längere Schlusszeiten sehr gut akzeptiert – besonders im Bereich der jungen Mode setzt sich der spätere Kassenschluss erst um 17 Uhr durch." Während ein Buch auch noch am späten Nachmittag gekauft werde, werden Produkte wie Brot oder Wurst bereits am frühen Samstag von der Einkaufsliste gestrichen. Schlangen betont: "Die Kernöffnungszeiten – montags bis freitags bis mindestens 19 Uhr – werden von den meistern Händlern und Dienstleistern umgesetzt."
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