Grevenbroich (NGZ). Rund 4000 bis 5000 Besucher erwartet der Aero-Club Grevenbroich-Neuss beim 16. Flugplatzfest heute und morgen. Natürlich hat Norbert Diekneite, Leiter der Abteilung Segelflug, das tragische Unglück bei einer Flugschau in Bayern vor einer Woche im Blick: In Schnattaich war ein Doppeldecker in die Zuschauermenge gerast.
Eine Frau starb, 25 Menschen wurden verletzt. "Nach dem Unfall in Bayern haben wir unser Sicherheitskonzept überpüft – und sind zum Schluss gekommen, dass ein solcher Unfall bei uns nach menschlichem Ermessen so nicht passieren kann", so Diekneite. "Wenn beim Start ein Flugzeug ausbricht, dann hat es bereits den Bereich der Zuschauer verlassen und würde auf dem Acker landen."
Flugleiter ist Arno Nowack. Er hat auch beruflich mit Flugzeugen zu tun, ist Airbus-Pilot bei der Lufthansa. "Wir haben ein erprobtes Sicherheitskonzept", sagt der 26 Jahre alte Laacher. Die Bezirksregierung mache dem Veranstalter Auflagen. "Die Flugzeuge dürfen den Bereich der Zuschauer nicht überfliegen." Auch Mindestflughöhen seien vorgeschrieben. Zudem muss beim Kunstflug von den Zuschauern eine Distanz von mindestens 100 Metern eingehalten werden. "Der tatsächliche Abstand bei uns beträgt sogar rund 200 Meter", sagt Diekneite.
Insgesamt sind 80 Flugzeuge zu sehen. Die größten, zwei Junkers Ju 52, überfliegen den Platz, werden aber nicht landen. Flugleiter Nowack muss etwa darauf achten, dass beim Start sich kein anderes Flugzeug im An- oder Abflug befindet und Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. "Wenn nötig, kann ich Start- und Landeverbot erteilen." Er habe "zu allen Piloten Funkkontakt". Die Flugzeuge würden von einer Art TV jährlich auf technische Mängel hin überprüft. Zudem stehen Rettungssanitäter der Malteser und ein Feuerwehrfahrzeug beim Fest bereit. Laut Nowack gab es bei den Flugplatzfesten bislang nur einen Flugunfall, als vor einigen Jahren ein Segelflugzeug bei der Landung in einem Tierbau eingebrochen sei. Der Fluglehrer sei leicht verletzt worden.
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