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Grevenbroich: Ärztinnen im Verena-Prozess

zuletzt aktualisiert: 15.08.2006 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich (mape) Mit der Aussage mehrerer Ärztinnen ist am Kölner Landgericht der Prozess gegen die 22-jährige Grevenbroicherin Verena P. fortgesetzt worden.

Die Medizinerinnen hatten die Angeklagte in der Nacht nach der Geburt ihres Kinder auf der Toilette im Kölner Café „Printen Schmitz“ untersucht.

Ihren Angaben zufolge hatte Verena P. versucht, auch ihnen die Geburt zu verschweigen.

Am Abend des Tattages, Anfang Dezember des vergangenen Jahres, war die 22-Jährige zunächst von einer Ärztin des Grevenbroicher St. Elisabeth-Krankenhauses untersucht worden.

Die 52-Jährige berichtete im Prozess von einem „unkooperativen Verhalten“ der Angeklagten.

„Sie hat mir von einer geplatzten Zyste erzählt“, so die Ärztin, die nach eigenen Angaben jedoch direkt von einer gerade erfolgten Geburt ausgegangen war: „Ich hatte auch schon im Fernsehen von dem Fall gehört.“

Verena P. sei sehr blass gewesen und habe unter Schock gestanden. Außerdem habe sie durch die Geburt viel Blut verloren.

„Geburtsverletzungen habe ich aber nicht festgestellt,“, meinte die Ärztin. Anschließend war die 22-Jährige in die Kölner Universitätsklinik überwiesen worden.

Eine Operation war notwenig

Die dort Dienst habende Ärztin wiederum stellte sehr wohl Geburtsverletzungen fest.

„Mir gegenüber hat sie die Geburt auch eingeräumt“, erklärte die 33-jährige Medizinerin am Dienstag vor dem Landgericht. Eine Operation sei nötig gewesen, um unter anderem Reste der Plazenta zu entfernen.

„Für uns ist es ein Unding, dass die Polizei noch vor dieser Operation unsere Mandantin vernommen hat“, erklärte Verteidiger Hans-Georg Kroll auf Anfrage der NGZ: „Wir gehen davon aus, dass die Beamten die Ärzte gar nicht um Erlaubnis gefragt haben.

Dieses Vorgehen erzürnt uns.“ Kroll und sein Kollege Andreas Kerkhof halten das vor der Operation abgelegte Geständnis der Angeklagten aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands für nicht verwertbar.

Ob die Polizei hier tatsächlich zu übereifrig war, muss das Gericht entscheiden.

Die zuständige Ärztin jedenfalls beschrieb den Zustand der 22-Jährigen als „den Umständen entsprechend“. Sie sei freundlich gewesen, ihr Kreislauf sei stabil gewesen und sie habe ihr bereitwillig Auskunft gegeben.

Neben den Ärztinnen wurde am Dienstag vor Gericht auch ein weiterer Bekannter der 22-Jährigen als Zeuge vernommen.

Der 33 Jahre alte Mann hatte mit der Angeklagten eine Affäre nach dem Grevenbroicher Schützenfest, er beschrieb Verena P. als lebenslustig und „kein Kind von Traurigkeit“.

Es habe in Grevenbroich immer wieder Gerüchte über häufig wechselnde Partnerschaften gegeben. Was die Eltern der Angeklagten dazu sagen, wird sich heute vor Gericht zeigen.

Sie sollen im Laufe des Tages im Prozess aussagen. Wie es heißt, haben sie zu ihrer Tochter keinen engen Kontakt. Zeugen hatten zuletzt von einem „abgekühlten Verhältnis“ berichtet.

Quelle: NGZ


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