Grevenbroich (NGZ). Wevelinghoven (jn) Der Name Alfred Delp ist eng mit dem Widerstand gegen das Dritte Reich verbunden. Im „Denkhaus“, der ehemaligen Leichenhalle der Gartenstadt, ist bis zum 3. November eine Ausstellung über den Jesuitenpater, seine Weggefährten und ihre gemeinsame Vorstellung von einem Neuen Deutschland zu sehen.
Im Februar 1945 wurde Delp in Berlin-Pötzensee wegen seiner Treue zu Kirche und Orden hingerichtet. „Es geht darum, an jemanden zu denken, der selbst kein Grab hat“, sagte Joachim Braun, Geschäftsführer des Familienforums Edith Stein, bei der Ausstellungseröffnung. „Delps Mörder wollten bewusst nicht an ihn erinnern.“
Erstellt wurden die Schautafeln zu Delps Lebensstationen von der Oberhausener Autorin und ehemaligen Lehrerin Elisabeth Prégardier. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Aufarbeitung der Geschichte des Widerstandes anhand von Frauen- und Familienschicksalen.
„Delp war ein Mann der gerne lachte. Er war impulsiv, aber hatte auch eine gewisse Strenge“, berichtete Prégardier. Die Autorin hob in ihrem Vortrag besonders die kirchliche Jugendarbeit Delps hervor. Der Jesuitenpater gründete und leitete vor seiner Verhaftung 1944 als Kirchenrektor drei Gruppen für Mädchen und Mädchen in München-Bogenhausen.
Die Treffen mussten oft im Verborgenen ablaufen, so dass die Kinder und Jugendlichen ihre Fahrräder möglichst unauffällig in der Nähe der Kirche St. Georg abstellen sollten - so lautete Delps Anweisung.
Aus dem Schatten des Jesuitenpaters treten außerdem seine Mitstreiter aus dem so genannten Kreisauer Kreis sowie zwei mutige Berliner Frauen, Mariann Hapig und Marianne Pünder. „Ihnen ist es gelungen die von Alfred Delp verfasste Betrachtung ,Im Angesicht des Todes’ aus dem Gefängnis zu schmuggeln“, erzählte Elisabeth Prégardier.
Zwischen Todesurteil und der Vollstreckung schrieb Delp zudem mit gefesselten Händen Meditationen über den Hymnus „Veni sancte Spiritus“ - sein geistliches Testament.
Anmeldungen zur Besichtigung sind unter Telefon 0 21 81 /7 45 35 möglich.
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