Grevenbroich (NGZ). Teile von Allrath stecken noch in den Kinderschuhen des Internet – die Verbindungen sind lahm. Das sorgt für Ärger bei den Bürgern. Die Dorfgemeinschaft unter Leitung von Ulrich Hassels will sich um das Problem kümmern.
Dorfgemeinschaft
Die Dorfgemeinschaft "Allrath aktiv" wurde im Februar vergangenen Jahres gegründet. Die Mitglieder wollen sich verstärkt um die Gestaltung ihres Orts kümmern. Einer der ersten Aktionen war die Einführung des Wochenmarktes. In diesem Jahr soll der Spielplatz Im Kamp verschönert werden. Vorsitzender der Dorfgemeinschaft "Allrath aktiv" ist Ulrich Hassels.
Holger Vleeschhouwers braucht Geduld, viel Geduld: "Bis sich bei mir am PC eine Internetseite aufbaut, vergeht eine halbe Minute. So etwas dürfte es in Deutschland gar nicht mehr geben", sagt der 39-Jährige, der vor kurzem von der Theodor-Körner- an die Neurather Straße umzog und DSL (Digitaler Teilnehmeranschluss) beantragte. "Wochenlang war ich sogar ohne Internet. Nach längerem Hickhack kam ein Techniker heraus und bestätigte, dass die Leitung bei uns für DSL viel zu schwach ist."
Kein Einzelfall, wie Ulrich Hassels weiß. "Teile von Allrath verfügen über keinen oder nur einen unzureichenden DSL-Anschluss. Die Betroffenen kommen nur mit Modem und ISDN ins Internet. Die Telekom hat erklärt, dass an einen Ausbau des DSL-Netzes dort derzeit nicht gedacht ist", schildert der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft "Allrath aktiv". Was die Kommunikationstechnik angeht, hinkt das Dorf anderen Orten hinterher: "Wenn man etwas aus dem Internet herunterladen will, kann man getrost einkaufen gehen", sagt er. Betroffen seien Gebiete etwa an der Halde und am Windpark.
Holger Vleeschhouwers ist aufs Internet angewiesen, beispielsweise für seine ehrenamtliche Abeit: Er ist Sportwart im Turnverein Allrath und Vizevorsitzender des Tambourkorps. Zurzeit behilft er sich mit einem per Funk arbeitenden "Web'n'walk"-Stick. "Doch ich zahle mehr als 100 Euro fürs Internet, und langsam ist es auch." Die Dorfgemeinschaft will es bei solchen Lösungen nicht belassen: "Viele Allrather haben sich an uns gewandt mit der Frage, ob wir aktiv werden können", so Hassels. Er setzt unter anderem auf die in Dormagen ansässige Firma ICA Media, die eine drahtlose Internetverbindung im Breitbandformat anbietet. "Wir wollen mit dm Unternehmen einen Termin für eine Info-veranstaltung vereinbaren, bei der es sein Produkt vorstellen kann", so Hassels.
Kernstück der Technik ist eine Sendestation an einem der hohen Treppentürme auf dem RWE-Kraftwerk in Niederaußem. Von dort aus werden Datenpakete an Verteilstationen in den Orten weitergesandt, die wiederum die Bits und Bytes an den Haushalt schicken. Voraussetzung: eine 20 Zentimeter hohe Antenne an der Hauswand. "Dann sind Geschwindigkeiten zwischen drei und sechs Mbit möglich", erklärt Winfried Kiebel von ICA Media. Teile von Rommerskirchen werden auf diesem Weg bereits versorgt. Die Telekom indes wartet darauf, dass die Stadt die Initiative ergreift: "Sie muss sich mit uns in Verbindung setzen, wenn sie Bedarf feststellt. Dann wird geklärt, welche Infrastruktur schon vorhanden ist und welche Verbesserungen möglich sind", meint Pressesprecher George Mc Kinney.
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