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Angelpark Neurath: Angelstopp im Wellenfreibad

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 30.10.2009 - 21:30

Angelpark Neurath (NGZO). Im Angelpark Neurath darf zurzeit nicht geangelt werden. Der Rhein-Kreis Neuss pocht auf die Einhaltung von Auflagen zur Tierhaltung. Der Angelverein Grevenbroich baut um, will auf jeden Fall wieder öffnen.

Die Angelbecken werden umgestaltet: Paul Rombey (l.) und Walter Wassenhoven sorgen für Totholz im Wasser, damit sich Mikroorganismen ansiedeln. Foto: NGZ
Die Angelbecken werden umgestaltet: Paul Rombey (l.) und Walter Wassenhoven sorgen für Totholz im Wasser, damit sich Mikroorganismen ansiedeln. Foto: NGZ

Neurath "Wegen Umbauarbeiten sind die Teiche bis zum 3. November geschlossen", ist an der Tür des Angelparks im früheren Wellenfreibad Neurath zu lesen. Karpfen, Stör und Co., die zurzeit in der früheren Aufwärmhalle schwimmen, können sich vor Angelhaken sicher fühlen. "Der Angelbetrieb ruht", sagt Walter Wassenhoven. "Wie es weiter geht, wissen wir noch nicht. Doch wir wollen auf jeden Fall wieder öffnen", so der Geschäftsführer und stellvertretende Vorsitzende des Angelvereins Grevenbroich, der den Park betreibt. "Wir haben hier 15  000 Euro investiert, die wollen wir nicht in den Sand setzen", ergänzt Sportwart Paul Rombey. Er und seine Frau betreiben das Fachgeschäft "Hecht und Co.", das weiter geöffnet ist.

Info

Versammlung

Der Angelverein Grevenbroich trifft sich heute um 20 Uhr im Angelpark in Neurath zur Mitgliederversammlung, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Der im Jahr 1954 gegründete Verein hat zurzeit rund 120 Mitglieder.

Bevor es nebenan wieder "Petri Heil" heißen kann, ist die Zustimmung des Kreisveterinäramtes nötig. Das hatte den Verein vor einigen Wochen aufgefordert, "den Angelbetrieb vollständig einzustellen", wie es in einem Schreiben heißt. "Die tierschutzrechtlichen Voraussetzungen für die Haltung von Fischen in einem Angelbetrieb lagen nicht vollständig vor. Deshalb wurde die Auflage erteilt, keine neuen Tiere einzusetzen", sagt Kreissprecher Harald Vieten. 2008 hatte der damalige Vorsitzende Sascha Mohren das viele Jahre brachliegende Bad-Gelände von der Stadt gepachtet, von ihm hat der Verein Teile gemietet. "Wir wollten eine Anlage für Angler aus der Region schaffen, die sonst oft weit fahren müssen", sagt Wassenhoven. Mal warfen sechs, mal zehn Angler am Tag am Beckenrand ihre Ruten aus. Bei Besuchen 2008 hatte der Kreis jedoch mehrere Mängel festgestellt. So seien die Wassertemperatur und andere Parameter für die Forellen-Haltung nicht geeignet.

"Immer wieder mussten tote Forellen aus den Becken entfernt werden", heißt es im Schreiben. Bei gefangenen Fischen sei eine sachgerechte Tötung nicht erfolgt, Leute hätten ohne gültigen Angelschein geangelt. "Wir haben dann die Becken umgestaltet, etwa eine Kiesschicht geschaffen, Pflanzen gesetzt – und dachten, wir hätten alles erfüllt", so Rombey. "Von anderen Auflagen hat uns Sascha Mohren nicht informiert." – "Wir haben alles Geforderte ausgeführt", sagt dagegen Mohren, der "aus zeitlichen Gründen" den Vorsitz niedergelegt hat. Heute will der Verein einen Nachfolger wählen. Mohren betreibt auf dem Areal den "Neurather Treff" und eine Pflanzenhandlung.

Bei Begehungen im Sommer 2009 hatte der Kreis erneut Kritik: Der Forellen-Angelbetrieb sei entgegen einer Zusage wieder aufgenommen worden, ohne dass die vereinbarten Voraussetzungen zur Haltung und zum Angeln von Forellen geschaffen seien. Der Verein will alle Auflagen erfüllen, spuckt in die Hände, baut zurzeit um: Das Wasser ist zum Teil abgelassen, Pflanzinseln und einige Seerosen treiben auf der Oberfläche. Totholz soll zur Ansiedlung von Mikroorganismen beitragen. Ein Schlachtraum wurde eingerichtet. "Und von RWE Power haben wir das ,Ja' für eine Frischwasserzuleitung erhalten", so Wassenhoven. Am Dienstag stehe ein weiterer Termin mit dem Kreis an.

Der hat den Fischgesundheitsdienst in Kirchhundem-Albaum eingeschaltet, Wasserproben wurden entnommen. "Wir warten auf ein Gutachten, um entscheiden zu können, ob und mit welchen Auflagen ein weiterer Betrieb möglich ist", so Vieten. "Bei uns haben Barsche und Karpfen abgelaicht. Das täten sie nicht, wenn das Wasser nicht in Ordnung wäre", sagt Wassenhoven.

Quelle: RP

 
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