Grevenbroich (NGZ). Der Wevelinghovener Erft-Bend ist ein Paradies für Pferdefreunde – eine Koppel grenzt dort an die andere. Der Nachteil des abgelegenen Orts: Er zieht immer wieder Diebe an. Den Pferdebesitzern reicht es allmählich.
Es ist eine Idylle, die sich dem Spaziergänger im Bend eröffnet. Im Schatten hoher Pappeln liegen saftig-grüne Wiesen, auf denen Pferde in aller Ruhe grasen. Doch der schöne Schein trügt – zumindest für Sonja Breuer (30) und Alexandra Arens (44). Die beiden Pferdefreundinnen haben Angst vor Dieben – und das nicht unbegründet. Denn in den vergangenen Jahren fielen sie gleich mehrfach dem "Koppel-Klau" zum Opfer. Und sie sind nicht alleine.
"Erst in dieser Woche hat er wieder zugeschlagen", schildert Sonja Breuer. In einer Nacht- und Nebel-Aktion wurden zwei Stahltore am Eingang ihrer Wiese gestohlen. "Das waren richtig große und schwere Dinger, der Dieb muss mindestens mit einem Lieferwagen hier vorgefahren sein", vermutet die 30-Jährige. Der finanzielle Verlust: etwa 2500 Euro.
Allmählich beginnt das Hobby der beiden Kolleginnen, die gemeinsam acht Ponys halten, recht kostspielig zu werden. Denn ihre Wiese wird immer wieder von lichtscheuen Gestalten heimgesucht: "Elektrische Weidezaungeräte sind verschwunden, sogar eine komplette Schwengelpumpe wurde demontiert", schildert Breuer. Nicht anders ergehe es den acht anderen Pferdefreunden, die im Bend gut 40 Tiere halten: Halfter und Fliegenhauben wurden gestohlen, über Nacht verschwanden teure Sättel und Stromaggregate, sogar ein Rasenmähertraktor wurde von Unbekannten entwendet. Die einzige Spur die der Täter hinterlässt: Reifenabdrücke, die bislang jedoch nicht zugeordnet werden konnten.
Die Vermutung der beiden Pony-Besitzerinnen: "Hier ist jemand am Werk, der entweder auf Bestellung stiehlt oder den Schwarzmarkt für Pferdezubehör bedient." Der Täter schlägt vermutlich zwischen zwei und vier Uhr zu. In dieser Zeit fahren einige der Wevelinghovener Pferdebesitzer hin und wieder Patrouille – in der Hoffnung, den Dieb zu stellen oder sich zumindest das Kennzeichen seines Fahrzeugs zu notieren. "Bislang verliefen diese Aktionen leider erfolglos", bedauert Sonja Breuer. Die Konsequenz der Pferdebesitzer: "Wir verbauen hier größtenteils nur noch Schrott, verwenden die billigsten Geräte." Ein einfacher Holzverschlag ersetzt mittlerweile die in den vergangenen Tagen gestohlenen Stahltore.
Der Polizei sind die Fälle aus dem Wevelinghovener Bend bekannt, bestätigt Sprecher Hans-Willi Arnold. "Doch es ist schwierig, den Tätern auf die Schliche zu kommen, da sie nachts in einem uneinsehbaren Gelände zuschlagen", erklärt er. Die Polizei will künftig öfter an den Koppeln Streife fahren.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.