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Grevenbroich: Angst vor verbrannter Erde

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 28.11.2008 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich RWE Power wird spätestens 2012 in Frimmersdorf die letzten alten 150-Megawatt-Blöcke abschalten. Was passiert dann mit dem Kraftwerksstandort? Verkommt das Gelände auf Dauer zu einer Industriebrache?

Gigantisch türmt sich das Kraftwerk Frimmersdorf hinter der Gustorfer Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt auf. Die Grevenbroicher Ratspolitiker befürchten, dass RWE Power künftig auf seinen Standort an der Erft verzichten könnte.  Foto: Michael Reuter
Gigantisch türmt sich das Kraftwerk Frimmersdorf hinter der Gustorfer Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt auf. Die Grevenbroicher Ratspolitiker befürchten, dass RWE Power künftig auf seinen Standort an der Erft verzichten könnte. Foto: Michael Reuter

Sobald das Zwillingskraftwerk BoA 2/3 in Neurath ans Netz geht, wird RWE Power seine bundesweit als „Dreckschleudern“ bekannten Altanlagen im Rheinischen Revier abschalten. So wurde es mit der Landesregierung vereinbart.

In Frimmersdorf stehen in vier Jahren insgesamt elf 150-Megawatt-Blöcke zur Disposition - und damit ein großer Teil des Kraftwerks. Übrig bleiben lediglich die beiden 300-MW-Anlagen „Paula“ und „Quelle“, und auch deren Zukunft ist ungewiss. Was wird aus dem Kraftwerksstandort Frimmersdorf? Diese Frage stellte sich jetzt der Stadtrat - und er verlangt Antworten.

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Kraftwerksstandort

Das Kraftwerk Frimmersdorf (Leistung: 2400 Megawatt) ging am 9. Juli 1955 ans Netz. Bereits 29 Jahre vorher, nämlich 1926, wurde an diesem Standort bereits ein Kraftwerk mit einer Leistung von 26 Megawatt errichtet. Bis auf wenige Nebenanlagen am Ortsrand hat dieses alte Anlage keine sichtbaren Spuren hinterlassen.

Bis auf die UWG, die offensichtlich weiß, wohin die Reise gehen wird - denn: „Wir haben Informationen, dass RWE in Frimmersdorf den Bau eines Kraftwerks plant. Denn dieser Standort ist von seiner Lage her hervorragend geeignet, um ihn weiterhin für die Energiegewinnung zu nutzen“, erklärt Vorsitzende Hildegard Florack.

Ein Ausbau des Kraftwerks könne aus Sicht der Unabhängigen jedoch nicht akzeptiert werden: „Die Bewohner der südlichen Stadtteile, insbesondere die Gindorfer, haben schon genug durch die vorhandenen Anlagen zu ertragen“, argumentiert sie.

Von Neubauplänen in Frimmersdorf will im Essener RWE-Tower jedoch niemand etwas wissen: „Konkret sind noch keine Entscheidungen zum Standort gefallen“, betonte Sprecher André Bauguitte auf Anfrage der NGZ. Und genau das beklagt der größte Teil der Ratspolitiker: „Wir wissen definitiv nicht, wie es weitergehen soll.

Ich befürchte, dass RWE in Frimmersdorf verbrannte Erde hinterlassen könnte“, erklärt SPD-Chef Edmund Feuster: „Bevor die Altblöcke in den Jahren 2011 und 2012 vom Netz genommen werden, möchte ich wissen, was RWE uns auf diesem Gelände anbieten wird.“

Eine Forderung, die CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert Gand unterstützt: „Selbst wenn die neuen BoA-Blöcke in Niederaußem gebaut werden, hat RWE in den nächsten Jahren immer noch einen Kraftwerks-Modernisierungsbedarf von 5000 Megawatt. Davon wollen wir in Grevenbroich profitieren.“

Mehr dazu lesen Sie am Samstag in der Neuß-Grevenbroicher Zeitung.

Quelle: NGZ


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