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Grevenbroich: Auszug aus Montanus-Haus

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 08.12.2006 - 22:00

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Das Haus hat Villa-Charakter: großzügige Räume, Mosaik-Parkett, Stuckdecken. Hier lebte und starb vor 130 Jahren der Notar und Autor Vincenz von Zuccalmaglio (Montanus), hier residierte die Unternehmerfamilie Anton Walraf. Große Namen, die ein Stück Stadtgeschichte mitgeschrieben haben.

Das Familienforum Edith Stein wird das Albertus-Magnus-Haus verlassen : Das ehemalige Domizil von Vincenz von Zuccalmaglio (Montanus) ist zu teuer geworden. Maria Elisabeth Thoma und Joachim Braun proben schon einmal den Auszug. Foto: M. Reuter
Das Familienforum Edith Stein wird das Albertus-Magnus-Haus verlassen : Das ehemalige Domizil von Vincenz von Zuccalmaglio (Montanus) ist zu teuer geworden. Maria Elisabeth Thoma und Joachim Braun proben schon einmal den Auszug. Foto: M. Reuter

Seit fast 30 Jahrzehnten ist das Albertus-Magnus-Haus, wie es heute heißt, im Besitz des katholischen Bildungswerks, das vor zwei Jahren in das Familienforum Edith Stein überging. Hier werden Kurse, Seminare und Ausstellungen für Katholiken des Dekanats Grevenbroich veranstaltet - doch nicht mehr lange.

„Spätestens im Sommer nächsten Jahres werden wir das Haus aufgeben müssen“, erklärt Maria Elisabeth Thoma, Vorsitzende der katholischen Arbeitsgemeinschaft für Weiterbildung in Neuss. Der Grund: Die Zuschüsse von Land, Erzbistum und Stadt sind in den vergangenen Jahren eklatant zurückgegangen: „Wir haben Einbußen im sechsstelligen Bereich zu verkraften“, meint Geschäftsführer Joachim Braun.

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Dezentrale Bildungsarbeit wird ausgebaut

Bildung dort anbieten, wo Eltern mit Kindern sind - dieses System will das Familienforum Edith Stein weiter ausbauen. Zwei Drittel aller Kurse und Seminare sollen dezentral und in Kooperation mit verschiedenen Trägern angeboten werden - etwa mit Kindertagesstätten oder Schulen. Das Familienforum sieht darin eine gute Chance, die vorhandenen Kompetenzen für Eltern einzubringen, die bisher nicht in das Albertus-Magnus-Haus oder in die Gruppen in den Pfarren gefunden haben.

Darüber hinaus bekommt das Familienforum auch den „enormen Umbruch“ in der Weiterbildungslandschaft zu spüren: „Der wirtschaftliche Druck auf die Familien wächst - da wird oft zuerst an kostenpflichtigen Bildungsmaßnahmen gespart“, meint Thoma beispielhaft. Vor diesem Hintergrund sei ein Haus, das jährlich knapp 70 000 Euro verschlingt, nicht mehr zu halten.

 „Das schmerzt“, betont Dechant Msgr. Franz Josef Freericks: „Aber im Zuge von ,Zukunft heute’ heißt es nun mal Abschied nehmen von lieb gewonnenen Dingen“, meint er mit Blick auf das Sparprogramm des Erzbistums Köln. Für Freericks erfreulich: Sein Kollege, Kreisdechant Msgr. Winfried Auel, hat bereits Ersatz angeboten.

Das Erdgeschoss des alten Pfarrhauses von St. Peter und Paul, das derzeit noch die Suchtberatung der Caritas beherbergt, wird neues Domizil des Familienforums. Einspareffekt: „Etwa zwischen 50 000 und 55 000 Euro“, rechnet Joachim Braun vor.Für ihn ebenso wichtig: „Damit haben wir eine Möglichkeit gefunden, einen eigenen Standort in Grevenbroich zu erhalten und gleichzeitig die laufenden Kosten zu senken.“

Im ehemaligen Pfarrhaus am Ostwall werden künftig Mitarbeiter-Büros und Kursräume zur Verfügung stehen. „Zusätzlich werden wir den Eltern-Kind-Raum im Keller nutzen können, so dass ein wesentlicher Teil unseres Angebots in der Innenstadt vorgehalten werden kann“, erklärt Maria Elisabeth Thoma. Weitere Veranstaltungen werden in den Kindergärten, Schulen, Pfarrzentren oder in Kooperation mit anderen Partnern organisiert.

 „Kurse, die spezielle Räume brauchen - zum Beispiel Küche, Näh- oder Werkraum - werden wir leider nicht mehr anbieten können“, bedauert Thoma. Zukünftig soll der Hauptanteil (etwa zwei Drittel) der vom Familienforum geleisteten Bildungsveranstaltungen ohnehin dezentral und in Kooperation mit verschiedenen Trägern organisiert werden.

„Das bedeutet auch, dass unsere Familienbildungsstätten - und das betrifft nicht nur das Haus in Grevenbroich - künftig seltener für diese Kurse und Veranstaltungen gebraucht werden“, so Thoma. In Grevenbroich sind die zwei Drittel bereits erreicht worden: Lediglich 500 der insgesamt 2500 Kurs teilnehmer nutzten in diesem Jahr das Angebot an der Lindenstraße 1.

Und was geschieht mit dem Albertus-Magnus-Haus? „Wir wissen es noch nicht“, gibt Joachim Braun zu: „Wir wollen uns professionelle Hilfe bei der Vermietung, Verpachtung oder dem Verkauf einholen.“

Quelle: NGZ


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