Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Fischreiher waren bisher die einzigen Bewohner des Fichtenwäldchens an der Gerberstraße. Nachdem die Bäume gerodet wurden und die Nester der weißen Vögel demnächst umgesiedelt werden, liegt das etwa 7000 Quadratmeter große Grundstück brach. Was aus dem Areal werden soll, steht noch nicht ganz fest: „Es ist für die Wohnbebauung vorgesehen“, erklärt Stadtsprecher Norbert Häke. Konkrete Pläne für das Gebiet gibt es allerdings noch nicht.
In diese Lücke schlägt jetzt die FDP-Fraktion. Vorsitzender Manfred Hermanns sieht an der Gerberstraße ein ideales Baugebiet für „leistungsstarke Menschen“. Womit er Besserverdiener meint, mit einem Monatseinkommen „etwa zwischen 10 000 und 15 000 Euro“, wie der ehemalige Polizeibeamte erklärt. Er sieht in Grevenbroich durchaus einen Bedarf, da es an entsprechend großen Grundstücken mangele, vor allem in der Nähe der Innenstadt.
Nach FDP-Meinung sollen an der Gerberstraße hauptsächlich Einfamilienhäuser entstehen, ruhig auch auf Grundstücken von 1000 Quadratmeter Größe. Und: „Dem Gestaltungswillen der Bauherrn und dem Ideenreichtum von Architekten sollte dort möglichst freier Raum gelassen werden“, betont Hermanns.
Schlossbad-Gelände
Die FDP hatte bereits vor einigen Jahren Bauland für Besserverdiener gefordert.
Damals hatte die Fraktion das künftig freiwerdende Schlossbad-Gelände im Visier, dort sollten Grundstücke für eine hochwertige Wohnbebauung zur Verfügung gestellt werden. Der Plan scheiterte: Das Areal eignete sich nicht, es ist Überflutungsgebiet der Erft.
Bauträger sind für die Freidemokraten jedoch tabu: „Es muss ausgeschlossen werden, dass sie dort Grundstücke erwerben können“, so der Fraktionschef mit Nachdruck. Seine Begründung: In Grevenbroich seien in der Vergangenheit „viel zu viele uniformierte Häuser“ gebaut worden, teilweise schmal und mit Grundstücksgrößen um die 250 Quadratmeter.
„Tausend Quadratmeter, auf denen Bauwillige ihre Vorstellungen von einem individuellen Häuserbau realisieren können, gibt es hier nicht“, bedauert Hermanns. Dabei habe gutes Wohnen in Grevenbroich durchaus Tradition: „Davon zeugen allein die Häuser entlang der Lindenstraße.“
Für die heutige Ratssitzung hat die FDP-Fraktion einen Antrag formuliert, in dem sie die Stadtverwaltung auffordert, möglichst zeitnah einen Bebauungsplan zu erstellen, in dem eine „hochwertige Einzelhausbebauung“ ermöglicht werden soll: „Die Stadt verfügt über eine hervorragende Infrastruktur mit Kindergärten, Schulen, Krankenhaus und einem - für die Größe der Kommune - herausragenden Kulturangebot.
Dies sollte für die Politik Anlass sein, ansiedlungswilligen und leistungsstarken Menschen die Basis für ein dauerhaftes Wohnen im Stadtgebiet zu schaffen, das auch ihren Vorstellungen entspricht“, begründet Hermanns. Der Standort sei ideal: „Nahe an der Innenstadt und dennoch im Grünen.“
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