Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich (wilp) In der Grevenbroicher Politik wird das Thema derzeit noch hinter vorgehaltener Hand diskutiert: An der Merkatorstraße, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs, soll ein Bordell entstehen, heißt es. Nach Informationen der NGZ hat die Stadt tatsächlich eine entsprechende Bauvoranfrage positiv beschieden. Hinter dem Vorhaben steht ein Unternehmer aus Jüchen: Oliver Damerau (36).
„Merkator-Karree“ - das ist der Name für ein neues Baugebiet: Die Brachflächen hinter dem Bahnhof werden in naher Zukunft ihr Gesicht grundlegend verändern. Dort sollen - nach bisherigen Plänen - kleinere Betriebe, aber auch Wohnhäuser gebaut werden. Die Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft (BEG) in Essen hat die Vermarktung der Grundstücke übernommen. Und deren Projektleiter Uwe Käbe gibt sich zuversichtlich: „Wir stehen in aussichtsreichen Verhandlungsgesprächen mit vorwiegend heimischen Betrieben“, erklärte er unlängst gegenüber der NGZ.
Einer der Interessenten ist der Unternehmer Oliver Damerau. Der 36-jährige Jüchener betreibt einen Autohandel in Grevenbroich, ist zudem Geschäftsführer eines 54-Zimmer-Bordells in Duisburg. Seine Pläne: Hinter dem Bahnhof, gegenüber der ehemaligen Hammelschlächterei, soll „ein kleines, aber edles Bordell“ entstehen, erklärte er am Donnerstag auf Anfrage der NGZ. Die Bauvoranfrage habe er bereits im vergangenen Jahr an die Stadt gestellt: „Sie ist aber erst in diesen Tagen genehmigt worden - die Verwaltung hat sich damit offenbar Zeit gelassen.“
Damerau will etwa 500 000 Euro in ein Freudenhaus mit 400 Quadratmetern Nutzfläche investieren - den Standort hält er für ideal: „Dort fahren täglich hunderte von Zuggästen vorbei, andererseits liegt das Gelände an der Merkatorstraße auch etwas abgelegen.“ Oliver Damerau habe sein Projekt bereits der Kreispolizei vorgestellt, will künftig eng mit Ordnungsbehörden und Gesundheitsamt zusammenarbeiten: „Das wird eine ganz saubere Sache.“
In den Amtsstuben des Grevenbroicher Rathauses scheint sich die Begeisterung über das Vorhaben jedoch in Grenzen zu halten: „Es ging nicht anders, denn die Bauvoranfrage bewegte sich innerhalb der Vorgaben des gültigen Bebauungsplans. Sie musste positiv beschieden werden, weil der Antragsteller einen Rechtsanspruch darauf hat“, so Rathausprecher Norbert Häke.
Damit könne aber noch nicht gebaut werden: „Denn der Bauwillige ist nicht im Besitz des Grundstücks, das sich im Eigentum der Deutschen Bahn AG befindet.“ Nach Informationen der NGZ hat die Stadt aber schon mit dem Zaunpfahl in Richtung Essen gewunken. Tendenz: Bloß nicht genehmigen.
Was wohl angekommen ist. Uwe Käbe von der Bahn-Entwicklungsgesellschaft stellt klar: „Wir haben mit dem Grevenbroicher Bürgermeister Axel Prümm eine grundsätzliche Verabredung getroffen: Wenn die Stadt einen bestimmten Betrieb auf diesem Gelände nicht will, dann wird er dort auch nicht angesiedelt. Ohne ihre Zustimmung wird kein Grundstück verkauft.“ Womit der Fall erledigt sein dürfte.
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