Grevenbroich (NGZ). Ein Großaufgebot von Rettungskräften rückte am Donnerstag zum Berufsbildungszentrum (BBZ) Grevenbroich aus. Nach einem Schwelbrand wurden 17 Menschen, die durch Rauchgase leicht verletzt wurden, in Krankenhäuser gebracht.
Ein Rettungswagen nach dem anderen braust heran, eine Kolonne von Löschfahrzeugen steht mit Blaulicht bereit. Großeinsatz am Berufsbildungszentrum Grevenbroich. Etliche Schüler stehen auf dem Schulhof und an der Bergheimer Straße. "Wir hatten gerade Betriebswirtschaftslehre, als ein Lehrer in die Klasse kam und sagte: ,Es brennt, alle raus'", schildert Natalie Baniak (19) aus Pulheim, die ihren letzten Schultag vor den Fachabi-Prüfungen hatte. "Es stank, wir bemerkten Brandrauch", sagt sie nach der Evakuierung des Schulgebäudes. Simone Pickel aus Gustorf versucht ihre Tochter per Handy zu erreichen. "Ich erhielt einen Anruf, dass es in der Schule brennt. Ich will wissen, wie es ihr geht", sagt sie aufgeregt.
Evakuierung
Die Evakuierung des Schulgebäudes "hat gut geklappt", erklärt stellvertretender Schulleiter Knud Hansen. "Wir üben jedes Schuljahr solche Alarme. In den Klassenräumen hängen Alarm- und Fluchtpläne." Vor einigen Jahren hatte es außerhalb des Unterrichts in einem Serverraum gebrannt.
Gegen 12 Uhr setzte die Feuerwehrleitstelle am Donnerstag mehrere Löschzüge in Marsch. Erste Meldungen, dass es in einem Chemielabor brennen würde, bestätigten sich nicht. In einem Unterrichtsraum im Erdgeschoss, in dem sich keine Menschen befanden, war es zu "einem Schwelbrand an einem Kondensator einer Deckenleuchte gekommen", erklärt Feuerwehrchef und Einsatzleiter Udo Lennartz. "Wir brauchten nicht zu löschen, sondern haben die Lampe abmontiert und die Decke mit der Wärmebildkamera untersucht."
Doch der Rauch war durch Wasserleitungen in den Kunstraum darüber gezogen, in dem angehende Erzieher lernten. "Der Lehrer lief daraufhin nach unten und stieß auf Schulleiter Herbert Ortmanns, der gleich im Raum im Erdgeschoss unterrichten wollte", erläutert stellvertretender Schulleiter Knut Hansen. "Wir haben sofort das Gebäude, in dem sich etwa 300 bis 400 Schüler befanden, evakuiert." Die Kreisschule verfüge über eine Rufanlage, "doch da die Lehrer auf dem Weg zum Unterricht waren, haben sie schnell die Schüler herausgerufen." Dann erhält der Einsatz eine neue Dimension: Etliche Schüler aus dem Kunstraum klagen über Atembeschwerden, Kratzen im Hals.
"Daraufhin haben wir MANV 2 – Massenanfall für Verletzte – ausgelöst", erklärt Kreisbrandmeister Reinhard Seebröker. Neun Rettungswagen brachten 17 Leichtverletzte – 14 Schülerinnen und zwei Schüler zwischen 18 und 20 Jahren und einen Lehrer – mit Verdacht auf Rauchvergiftung in Krankenhäuser in Grevenbroich, Dormagen, Neuss und Mönchengladbach. "Sie bleiben dort einige Stunden oder bis morgen früh, um eine Kohlenmonoxidvergiftung auszuschließen", so Leitender Notarzt Dr. Hartmut Zieser. Nachmittags wurden bereits einige entlassen. Die beiden Räume wurden gesperrt. Die Kriminalpolizei ermittelt, vermutet als Brandursache einen technischen Defekt.
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