Grevenbroich (NGZ). Mit Lärm lebten sie schon immer, doch jetzt sollen die Laacher und Neu-Elfgener
wirklich die Nase oder besser die Ohren voll haben. Denn die A 540 , die an ihren Gärten vorbei läuft, wird immer mehr genutzt. Eine Lärmschutzwand muss her, meint die UWG-Ratsfraktion und stellte einen Antrag .Grevenbroich Am Donnerstag wird in der Sitzung des Hauptausschusses über den UWG-Antrag entschieden. Wird er abgelehnt, müssen sich die Betroffenen vielleicht selbst wieder aktiv werden, auch wenn sie das bereits zwei Mal gemacht haben (1982 und 1997). Stimmen die Auschuss-Mitglieder dem Antrag zu, wird er weitergeleitet an den Landesbetrieb Straßenbau NRW mit Sitz in Mönchengladbach.
„Als Stadt können wir keine Lärmschutzwand bauen“, erklärt Technischer Beigeordneter Werner Hoffmann. Zwei Mal wurde der Bau einer solchen Wand bis jetzt abgelehnt - mit der Begründung, so Hoffmann, dass die „Lärmsanierungsgrenzwerte“ nicht überschritten wurden. Doch laut Hildegard Florack, UWG-Fraktionsvorsitzende, ist die Situation nun eine andere: „Die A 540 war bei ihrem Bau als reine Umgehungsstraße vorgesehen.“ Als solche könne sie in absehbarer Zukunft nicht mehr gelten.
Bundesautobahn 540
Die Bundesautobahn 540 führt von Jüchen bis Grevenbroich. Geplant ist, sie weiter bis Köln-Bocklemünd mit Anschluss an die A 1 zu führen. Der Abschnitt zwischen Stommeln und Pulheim ist mittlerweile als Umgehungsstraße der Bundesstraße 59n realisiert, der Abschnitt von Pulheim bis Bocklemünd ist zurzeit im Bau.
Vor zehn Tagen begannen die Bauarbeiten an der Ortsumgehung Rommerskirchen, die in zwei Jahren abgeschlossen sein sollen. Um dann die Anbindung der A 540 an die A 1 zu gewährleisten, fehlen noch die Ortsumgehungen Allrath und Sinsteden.
Zu diesem Artikel erscheint in der NGZ vom Donnerstag ein Zur Sache mit dem Titel: Schall und Rauch.
Schon jetzt sei das Verkehrsaufkommen wesentlich höher als noch vor Jahren,da in Richtung Köln die Städte Stommeln und Pulheim umfahren werden können. Sei erst die Ortsumgehung Rommerskirchen fertig - der Spatenstich erfolgte bereits (die NGZ berichtete) - werde der Schwerlastverkehr aus Belgien und den Niederlanden weiter zunehmen. „Viele werden erst die Autobahn 540 und dann die Umgehung nutzen, um so schnell die Kölner Ringe erreichen zu können“, ist sich Florack sicher.
Diese Prognosen bedürfen natürlich einer genauen Prüfung, meint Werner Hoffmann. Doch wenn sich die Bedingungen gegenüber 1982 und 1997 wirklich so sehr verändern werden, bestünde vielleicht eine reelle Chance auf eine Wand. Auf solch eine warten die Hemmerdener heute noch. Rita und Günter Meis hatten 1975 den Stein ins Rollen gebracht und knapp 1300 Unterschriften für die Errichtung einer Lärmschutzwand gesammelt.
Die Bewohner fühlten sich massiv gestört durch den Lärm, den die Autos auf der A 46 produzierten. Die Unterschriftenliste trug das Ehepaar ins Büro des Bürgermeisters. Dort saß damals Erich Heckelmann, gleichzeitig Mitglied des Landtages. Der Petitionsausschuss lehnte den Antrag ab. „In Höhe der Raststätte Vierwinden bis zur Ausfahrt Wevelinghoven wurde schließlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Stundenkilometern in der Zeit von 22 bis sechs Uhr eingeführt“, berichtet Meis.
„Eine Maßnahme, um uns zu besänftigen“, meint er. Außerdem habe das Landesstraßenbauamt Krefeld damals zugesagt, bei einer Erneuerung der Straßendecke den so genannten „Flüster-Asphalt“ zu verwenden. Der soll den Verkehrslärm um 30 Prozent reduzieren.
Ob das wirklich so ist, kann Günter Meis nicht sagen, denn die Fahrbahndecke wurde bis jetzt noch nicht erneuert. Auch ein von der Stadtverwaltung versprochener Wall, bestehend aus Sand, der wegen eines Regenrückhaltebeckens weichen musste, wurde nicht aufgeschüttet. Rita und Günter Meis haben sich jahrelang engagiert, jetzt haben sie resigniert. Über das Thema „Lärmschutzwand“ können sie nur noch müde lächeln, und wenn’s ihnen wieder zu laut wird, die Fenster schließen.
Als „Lärmschutz in einem bestehenden Netz“ bezeichnet Claudia Sigismund den Wunsch, eine Wand für die Laacher und Neu-Elfgener zu errichten. „Geht der Antrag bei uns ein“, erklärt die Mitarbeiterin des Landesbetriebs Straßen NRW, „dann wird ein vorgeschriebenes Berechnungsverfahren in Gang gesetzt.“ Wird dort ein bestimmter Wert überschritten, dann ist der Bau einer Wand notwendig. Ob der Antrag der UWG überhaupt den Weg in den Landesbetrieb schafft, wird wahrscheinlich im Laufe des Tages entschieden.
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