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Grevenbroich: Bürger sorgen für volle Teller

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 21.12.2007 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich „Mit einem solchen Erfolg im ersten Jahr habe ich selbst nicht gerechnet“, sagt Bürgermeister Dr. Axel Prümm, Vorstand der in diesem Jahr gegründeten Bürgerstiftung „Bürger stiften Zukunft in Grevenbroich“. Beim Neujahrsempfang hatte Prümm statt Geschenken Geld für den neuen Zweck gewünscht - aus diesem Anstoß ist eine stadtweite Bewegung geworden.

Mit diesem Logo wirbt die Bürgerstiftung für Unterstützung für die Aktion „Kein Kind ohne Mahlzeit“. Das ist aber nur eines der Projekte der Stiftung, für 2008 sind ein Bürgerpreis und eine Information über Angebote für Jugendliche geplant. Foto: NGZ
Mit diesem Logo wirbt die Bürgerstiftung für Unterstützung für die Aktion „Kein Kind ohne Mahlzeit“. Das ist aber nur eines der Projekte der Stiftung, für 2008 sind ein Bürgerpreis und eine Information über Angebote für Jugendliche geplant. Foto: NGZ

Die bislang zusammengebrachte Summe ist eindrucksvoll: Über 95 400 Euro Stiftungskapital verfügt die Stiftung bereits, deren Zinserträge künftig für Projekte verwendet werden sollen - schwerpunktmäßig für die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen. Die Sparkasse Neuss hat davon 25 000 Euro zugestiftet.

Weitere 14 000 Euro stehen für die Unterstützung des Landesprojekts „Kein Kind ohne Mahlzeit“ in Schulen bereit - aufgebracht von Schulen, Betreuungsvereinen und der Stiftung. Für 114 Kinder, deren Eltern das Geld dafür nicht komplett aufbringen können, schießt die Stiftung seit September bis zu 50 Cent pro Essen zu. Einen Euro zahlen die Eltern, einen weiteren das Land. Die Spenden reichen von Beträgen ab 20 Euro von Privatleuten bis zur 6600-Euro-Spende der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein.

Info

Aktion heute

Der Weihnachtsmarkt vor dem Alten Rathaus steht heute von 15 bis 18 Uhr im Zeichen der Bürgerstiftung und der Aktion „Kein Kind ohne Mahlzeit“. Unter anderem spielt die „Blue Ocean Dance Band“. 20 Prozent der Markteinnahmen in dieser Zeit sollen der Essensaktion zugute kommen.

Doch es geht um mehr als Geld. „Mit der Stiftung sollen Bürger Bürgern helfen, möchten wir zu bürgerschaftlichem Engagement motivieren, es unterstützen“, betont Prümm, „Dafür brauchen wir auch ehrenamtlichen Einsatz.“ Beispielsweise hat sich die Stiftung vorgenommen, die Sport- und Freizeitangebote für Kinder in der Stadt zu sammeln und in einer Broschüre sowie im Internet transparent zu machen.

„Jugendlichen wird in der Stadt viel geboten, doch es fehlt bislang eine Übersicht darüber“, meint Prümm. Dafür sind Helfer nötig. Schon jetzt sind viele aktiv, Klaus-Jürgen Ruppert etwa, der vom Kuratorium in den Vorstand entsandt wurde. Der Leiter des ADAC-Fahrsicherheitszentrums möchte etwas von der Herzlichkeit, mit der er in der Stadt aufgenommen wurde, zurückgeben. Oder Peter Pfänder, der unentgeltlich den neuen Stiftungs-Flyer gestaltete.

Ebenfalls für 2008 geplant ist „ein Bürgerpreis, der zum Thema ,Umwelt schützen, Zukunft wahren’ an einen Jugendlichen vergeben wird“, berichtet Vorstand Volker Meierhöfer. Bei der Sparkasse Neuss begleitet er die Bürgerstiftung mit Rat und Tat. Prümm sieht die Stiftung als „Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement. Wir verstehen uns keineswegs als Konkurrenz zu wohltätigen Organisationen, die auf Spenden angewiesen sind. Vielmehr möchten wir für sie werben und die Hilfsbereitschaft bündeln.“

Die Firma Karosseriebau Schumacher hat über die Stiftung 3000 Euro gespendet, die der Existenzhilfe und den Tafeln in Elsen und der Südstadt zugute kommen. „Es ist beispielsweise nicht sinnvoll, dass für ,Kein Kind ohne Mahlzeit’ jede Schule für sich ein Unternehmen um Spenden bittet, das lässt sich bündeln“, sagt Kuratoriumsmitglied Ulrich Herlitz, der beobachtet: „Die Stiftung erreicht auch neue Spendergruppen.“

Klar, dass die Stiftung im kommenden Jahr weiter wachsen soll. Am Samstag ist auf dem Weihnachtsmarkt die letzte Aktion in diesem Jahr 2007 geplant, auch der Neujahrsempfang der Stadt am 20. Januar steht im Zeichen der Bürgerstiftung. Anfang nächsten Jahres will sich die Stiftung darum bemühen, dass die Bezirksregierung sie als selbständige Stiftung anerkennt - ein formeller Akt. Der Bürgermeister freut sich, „dass Grevenbroich mit seiner Bürgerstiftung die Initialzündung im Rhein-Kreis Neuss gegeben hat“ - nach Korschenbroich und Neuss erhält nun auch Dormagen eine Stiftung (die NGZ berichtete).

Quelle: NGZ


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