Grevenbroich (NGZ). Die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule muss jedes Jahr bis zu 300 Kinder abweisen. Das ruft die SPD auf den Plan: Sie will diese Problematik auf die Tagesordnung setzen. Für die CDU eine Option: Ein Ausbau auf sechs Züge.
Für Dagmar Mitze stellt sich immer wieder das gleiche Problem: 120 Kinder kann die Rektorin in den vier Eingangsklassen der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule aufnehmen – etliche muss sie abweisen: "Bis zu 300 Schülern erteilen wir Jahr für Jahr leider eine Absage", schildert sie und meint: "Viele Eltern sind darüber enttäuscht – manche Mütter weinen, weil ihr Nachwuchs keinen Platz bei uns bekommen kann. Ich habe in den vergangenen Jahren zum Teil erschütternde Szenen erlebt."
Was Mitze freuen dürfte: Die SPD will diese Problematik auf die Tagesordnung rufen. Morgen trifft sie sich zur Arbeitskreissitzung, um über die Schulsituation in der Stadt zu diskutieren: "Der Elternwille für eine Gesamtschule ist da, dem muss entsprochen werden", erklärt Fraktionschef Horst Gerbrand. Mit der Brechstange wollen die Sozialdemokraten nach eigenem Bekunden allerdings nicht vorgehen: "Wir werden in Ruhe analysieren, welche Weichenstellung für die Stadt die richtige ist."
Schulen in der Stadt
Neben dem Erasmus- und Pascal-Gymnasium gehören die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in der Südstadt, die Realschule Bergheimer Straße und Diedrich-Uhlhorn-Realschule (Wevelinghoven) sowie die Katholische Hauptschule (Stadtmitte) und die Hans-Sachs-Schule (Orken) zu den weiterführenden Schulen.
Sollten sich die Sozialdemokraten für eine zweite Gesamtschule in Grevenbroich entschließen, wäre die CDU dagegen. Das signalisiert vorab die Vorsitzende des Schulausschusses, Irmintrud Berger: "Ein zweiter Standort wäre ein Nachteil für die Käthe-Kollwitz-Schule, die an ihrem Standort in der Südstadt eine ganz hervorragende Arbeit leistet", meint sie. Aber: Einer Erweiterung der bestehenden Schule von derzeit vier auf künftig sechs Eingangsklassen würde die Union zustimmen, unterstreicht Berger: "Somit könnten dort mehr Schüler aufgenommen werden."
Nachteile für die KHS
Die CDU-Frau befürchtet, dass sich die Sozialdemokraten für eine Umwandlung der gerade erst sanierten Hans-Sachs-Hauptschule in eine zweite Gesamtschule stark machen werden. "Das würde Nachteile mit sich bringen", warnt Irmintrud Berger: "Denn in diesem Fall müsste die Stadt eine Hauptschule ohne ein zwingendes Ganztagsangebot vorhalten. Das würde das Aus für die Katholische Hauptschule (KHS) in ihrer jetzigen Form bedeuten – die Einrichtung an der Parkstraße würde dann ihren Status als Konfessionsschule verlieren und zu einer Gemeinschaftshauptschule werden."
Welche Marschrichtung die SPD in ihrer Arbeitskreissitzung einschlagen wird, ist "noch völlig offen", betont Horst Gerbrand. Die hohe Zahl der Abweisungen an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule wird jedoch bestimmend für den Diskussionsverlauf sein, meint Fraktionsvize Klaus Krützen: "Die Eltern wollen diese Schulform. In Neuss gibt es die Diskussion, eine weitere Gesamtschule mit einem Bürgerbegehren hinzubekommen. Auch darüber werden wir am Donnerstag diskutieren."
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