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Grevenbroich: Chlor bleibt im Trinkwasser

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 30.08.2007 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Gleich mehrfach wurde vom Kreisgesundheitsamt in den vergangenen Wochen eine Schutz-Chlorung angeordnet und ein Abkochen des Trinkwassers empfohlen. Der Grund waren einzelne Funde von coliformen Keimen in dem von RWE Power betriebenen Wasserwerk Fürth.

Das Trinkwasser in Grevenbroich wird dauerhaft gechlort. Zumindest so lange, bis die Ursache für den Keimbefund im Wasserwerk Fürth fest steht.  Foto: NGZ
Das Trinkwasser in Grevenbroich wird dauerhaft gechlort. Zumindest so lange, bis die Ursache für den Keimbefund im Wasserwerk Fürth fest steht. Foto: NGZ

Warum es zu einer Keimbildung kam, steht bislang nicht fest: „Es wird noch geforscht“, erklärt Bürgermeister Prümm, der sich jetzt mit Willi Peitz, dem Chef der Gas- und Wasserwerke Grevenbroich (GWG), vor Ort über die Ursachen der Befunde informierte. Gesprächspartner waren der Betriebsleiter Wolfgang Kortmann und der wasserwirtschaftliche Planungsleiter Professor Christian Forkel.

Beide versicherten dem Verwaltungschef, dass „alles unternommen wird, um dem Übel auf die Spur zu kommen“, so Prümm gestern gegenüber der NGZ. RWE habe ein umfangreiches Untersuchungs-Programm eingeleitet und zur Ursachenanalyse einen externen Fachgutachter hinzugezogen. Anfängliche Vermutungen, dass die coliformen Keime durch die noch laufenden Umbauarbeiten im Wasserwerk Fürth entstanden sind, hätten sich nicht bestätigt.

Info

Versorgungsbereich

Die Dauerchlorung gilt nicht für das gesamte, aber dennoch für einen großen
Teil des Grevenbroicher Stadtgebietes. Folgende Orte werden über die Gas- und
Wasserwerke Grevenbroich (GWG) mit Trinkwasser aus Fürth versorgt: Allrath,
Barrenstein, Elfgen, Elsen, Fürth, Frimmersdorf, Grevenbroich, Wevelinghoven,
Gustorf, Gindorf, Laach, Langwaden, Neuenhausen, Neurath, Noithausen und Orken.

Vor dem Hintergrund der noch laufenden Untersuchungen forderte Axel Prümm eine dauerhafte Chlorung des Trinkwassers - und zwar so lange, bis die Ursache endgültig geklärt ist: „Ich halte diese reine Vorbeugemaßnahme für angebracht, um jegliche, auch nur theoretische oder hypothetische Gesundheitsgefährdung auszuschließen. Bei dieser Entscheidung steht für mich die Gesundheit der Bürger an oberster Stelle“, unterstrich Prümm. RWE Power wird weiter die geringste Menge Chlor im Netz einsetzen, nämlich 0,3 Milligramm pro Liter.

Grundsätzlich sei das Trinkwasser aus Fürth von einer hohen Qualität, meint der Bürgermeister: „Da es aus großen Tiefen gefördert wird, ist es frei von Nitrat, Pflanzenschutzmitteln und anderen Oberflächeneinträgen. Dies ist auch der Grund dafür, dass unser Trinkwasser - im Gegensatz zu vielen anderen Teilen Deutschlands, beispielsweise in der Landeshauptstadt Düsseldorf - nicht gechlort werden muss.“ Es sei daher sinnvoll, die Schutz-Chlorung weiterhin aufrecht zu erhalten, bis alle Optimierungs-Maßnahmen umgesetzt seien. Hierzu zählen nicht nur die aktuellen Maßnahmen wie zum Beispiel die intensive Untersuchung der auffällig gewordenen Trinkwasserbehälter, sondern auch der regelmäßige Ersatz alter Brunnen durch Neuanlagen.

Bereits seit dem vergangenen Jahr wird das Wasserwerk auf dem Galgenberg in Fürth umgebaut. Hierfür investiert RWE insgesamt fünf Millionen Euro. Der Bürgermeister zeigte sich gestern überzeugt davon, dass das Unternehmen „alles daran setzt, dass sich die Ereignisse der vergangenen Wochen nicht wiederholen.“ RWE Power sei weiterhin gemeinsam mit dem GWG „ein verlässlicher Partner für die Trinkwasserversorgung unserer Stadt“.

Quelle: NGZ


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