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Grevenbroich: City-Kirche bleibt Baustelle

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 06.05.2010 - 12:10

Grevenbroich (NGZ). Die Sanierung der City-Kirche wird voraussichtlich bis ins nächste Jahr andauern. Denn die Schäden an St. Peter und Paul sind größer als vermutet. Auch drei Glocken mussten außer Betrieb genommen werden.

Die alte Sakristei wurde komplett entkernt.   Foto:  M. Reuter
Die alte Sakristei wurde komplett entkernt. Foto: M. Reuter

Unter dem Dach der Kirche haben Lothar Albert und Manfred Wimmer eine Schreinerwerkstatt eingerichtet. Dort verbringen die beiden Zimmerleute den größten Teil ihres Tages – und sie haben keine Langeweile. "Es gibt genug zu tun. Die Schäden am Dachstuhl sind immens", sagt Wimmer und deutet auf die Konstruktion aus Fichten- und Tannenholz.

Einige der schweren Querbalken, auf denen die gesamte Last des Daches ruht, sind verfault. "Ständig eindringendes Regenwasser hat sie zersetzt – die müssen raus", meint Albert. Ähnlich sieht es bei den Längsbalken aus, die jedoch nur zum Teil morsch sind. Die maroden Stellen müssen entfernt und ausgebessert werden, zur Sicherheit werden noch Stahlträger eingezogen. Einsturzgefahr besteht nicht.

Info

St. Peter und Paul

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde zwischen 1899 und 1902 gebaut. Das linke Seitenschiff ist noch ein Teil der alten Kirche des Wilhelmitenklosters, das 1296 gegründet wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Grevenbroicher Pfarrkirche zerstört. Das Gotteshaus wurde in den Jahren 1964, 1981 und 1986 renoviert.

"Diese Schäden waren nicht vorherzusehen, sie wurden erst im Laufe der Arbeiten sichtbar", erklärt Architekt Bernd Sokolowski vom Wevelinghovener Büro Lenze und Partner. Und sie sind nicht die einzigen: Auf der Südseite (Zehnthof) sind die Buntglasfenster und deren Umrahmungen in einem schlechteren Zustand als erwartet.

"Schlimmstenfalls könnten die Fenster herausfallen. Das muss dringend gemacht werden", schildert Sokolowski. Hinzu kommt eine weitere Baustelle: Drei Glocken mussten außer Betrieb genommen werden, weil ein Schaden am Glockenstuhl ausgemacht wurde.

Vor diesem Hintergrund rechnet Bernd Sokolowski damit, dass sich der Zeitplan der Kirchensanierung nicht halten lässt. "Es wird wohl zu einer Verzögerung von einem oder anderthalb Monaten kommen. Im August wollten wir mit der Innenrenovierung beginnen, dazu werden wir voraussichtlich erst Ende September kommen", erklärt der Architekt.

Zimmermann Lothar Albert zeigt einige der verfaulten Hölzer vom Dachstuhl. Foto: M. Reuter

Dementsprechend werde wohl auch die Übergabe der renovierten Kirche zur Christmette nicht funktionieren: "Sie wird wohl erst Ende Januar fertig." Wie sich die zusätzlichen Arbeiten auf die ursprünglich veranschlagten Kosten von 743.000 Euro auswirken werden, ist noch nicht abzusehen.

Trotz der neuen Schäden: Seit Sanierungsbeginn am Aschermittwoch ist am Grevenbroicher Gotteshaus vieles schon geschafft worden. Teile des Schieferdachs wurden repariert, neue Dachrinnen aus Edelstahl eingebaut. Der Putz in der alten Sakristei wurde komplett abgeschlagen, jetzt beheben Fachleute die Schäden am Mauerwerk.

"Da waren zentimeterdicke Risse drin, in die man fast schon den Arm reinstecken konnte", schildert Bernd Sokolowski. Für die Behebung dieser Schäden müssen übrigens weder das Erzbistum noch die Pfarrgemeinde aufkommen. RWE Power wird die Zeche zahlen, da die Risse durch Bergschäden entstanden sind.

Quelle: NGZ


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