Grevenbroich (NGZ). Es hat einfach Clong! gemacht. Ehe Malena, 16 Jahre, und in einer düster-pubertären Phase der völligen Lustlosigkeit, sich versieht, hat sie ihn am Hals und im Kopf: den "Geist, der stets verneint" und sie mit Gefühlen impfen will, mit Wut und Ärger und Freude – den Geist, der Besitz von ihr zu ergreifen droht.
Nicht zu übersehen ist das Faust-Zitat des teuflischen Geistes, eine der beiden Hauptfiguren des Musicals "Clong!". In gemeinschaftlicher Arbeit haben vier Musikschulen Neuss, Dormagen und Meerbusch ein Musiktheater der anderen Art kreiert: eines, das getragen wird von eingängigen Rhythmen, von origineller Percussion, Sprechgesang und sportlichen Reimen, aber auch von gefühlvollen Streichern und den hervorragenden Stimmen der jungen Darsteller. So verteilt Malena alias Clara Krum ein wohliges Kribbeln im Foyer des Pascal-Gymnasiums, als sie sich den Frust von der Seele singt und dazu Gitarre spielt wie etwa Alanis Morissette oder Amy MacDonald.
Doch auch Daniela Rothhausen (als eingebildeter, pausenlos reimenden Geist Clong) beeindruckte mit fester und geübter Singstimme, und eine coole "Lady" konnte nicht nur rein äußerlich mit Jennifer Lopez mithalten.
Beinahe jeder der zahlreichen Beteiligten hätte es verdient, gelobt zu werden, inklusive der Kontrabassisten, Cellisten und Violinisten, inklusive der punktgenauen Percussionisten und der fünfköpfigen Satzgruppe, inklusive des Pianisten und des E-Gitarristen, inklusive des jungen Mannes, der aus seinem Mund ein Schlagzeug machen kann. Selbst schwierige Rhythmen und Melodien wurden von den jungen Musikern scheinbar spielend leicht wiedergegeben – sogar mit mit titschenden Basketbällen – und in ihren Gesichtern spiegelte sich riesige Freude an der Musik.
Komponiert wurde das Musical vom Schlagzeuger Christoph Hillmann; die zumeist flotten Texte gehen auf Noah Sow und Willie Jakob zurück. Regie führte Harry Heib. Die märchenhafte Geschichte ist schnell erzählt; sie hätte mit märchenhaften Accessoires wie einem auffälligeren Clong-Kostüm unterstützt werden können. Was das musikalisch grandiose Ensemble braucht: eine größere Bühne, um störendes Auf- und Abtreten zu vermeiden. Das hat die gesamte innovative Aufführung verdient, die niemand missen sollte.
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