Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Eine Urkunde mit dem aufgedruckten Bundesadler liegt seit am Dienstag auf dem Tisch des Bürgermeisters. Sie belegt: Unter der Nummer 305 12 520 ist der Titel „Grevenbroich - Bundeshauptstadt der Energie“ nun beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen.
Die Schlossstadt gehört damit zu den wenigen Kommunen in der Bundesrepublik, die ihren Namen haben schützen lassen: „So etwas kommt höchst selten vor. Spontan könnte ich jetzt keine zweite Stadt in Deutschland nennen“, meinte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag auf Anfrage der NGZ.
„Bundeshauptstadt der Energie“, diesen Titel hat sich die Wevelinghovenerin Sabine Kottmann einfallen lassen. Sie gewann damit einen vom Bürgermeister initiierten Ideen-Wettbewerb. Schon seit Anfang März 2005, kurz nachdem sich die Jury für den Slogan der Studentin entschieden hatte, versucht Prümm, den Spruch unter Schutz zu stellen.
Kostengünstig
Nach Angaben von Bürgermeister Axel Prümm hat die Unterschutzstellung des „Hauptstadt“-Titels rund 20 Euro gekostet. Dafür musste die Stadt allerdings mehrere Monate warten. Ein beschleunigtes Verfahren, wie es die Industrie beantragt, hätte sich die Stadt nicht leisten können, meint der Verwaltungschef.
„Zunächst vergeblich, denn im Patent- und Markenamt wurde dieses Begehren eher etwas salopp behandelt“, meint der Verwaltungschef: „Es wurde offenbar nicht als notwendig betrachtet, dem größten Energieerzeugungs-Standort in der Bundesrepublik eine markenrechtliche Alleinstellung zu verschaffen.“ Prümm blieb hartnäckig - und nach Monaten erreichte er sein Ziel. In der Dienststelle Jena des Deutschen Patent- und Markenamtes wurde die Schlossstadt jetzt offiziell ins Register eingetragen.
Und was hat Grevenbroich davon? „Auf jeden Fall mehr Publicity“, meint der Bürgermeister. Er hat bereits den Rathaus-Sprecher Norbert Häke damit beauftragt, die Kunde von der „geschützten Stadt“ so umfangreich wie möglich in die Öffentlichkeit zu tragen: In den nächsten Tagen sollen Mitteillungen in die bundesweite Medienlandschaft verschickt werden.
„Damit werden wir den Bekanntheitsgrad der Stadt mit Sicherheit steigern“, betont Axel Prümm einen Vorteil. Der zweite: „Keine andere Kommune darf sich fortan mit dem ,Bundeshauptstadt der Energie’-Titel schmücken. Ob es da etwa Begehrlichkeiten gibt? Prümm lächelt bei dieser Frage und zuckt mit den Schultern. Nach gewöhnlich gut informierten Kreisen soll angeblich die Stadt Essen - als langjähriger Sitz der RWE-Zentrale - bereits einen neidischen Blick auf den Slogan geworfen haben, mit dem sich die Schlossstadt schmückt.
Die „Bundeshauptstadt der Energie“ ist in Grevenbroich derzeit nahezu allgegenwärtig: Der Titel wird auf Bussen und Lastwagen durch die Stadt (und darüber hinaus) gefahren, er schmückt die Briefköpfe aus dem Rathaus und die verschiedener Firmen und ist auch auf den Trikots der „Elephants“-Basketballer zu finden.
Von den Schildern an den Ortseingängen (die laut Verkehrsministerium stehen bleiben dürfen) ganz zu schweigen. Wer künftig den Titel für seine eigene Werbung benutzen möchte, braucht indes die Genehmigung der Stadtverwaltung. Denn wie Coca Cola, Tempo und Maggi ist auch die „Bundeshauptstadt der Energie“ nun ein Markenname. Und auf dessen Schutz wird ab sofort ein besonderes Augenmerk gerichtet.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.